Ein eBookCamp ist ein Camp? Ist ein Barcamp? Ist ein eBookCamp!

Der Termin des eBookCamps naht und wir möchten gern noch ein paar Worte zu Form und Ablauf der Veranstaltung verlieren. Um es als Ergänzung zu den bisherigen Informationen noch einmal klar zu stellen: Wir nennen das Ganze Camp, sind aber kein Barcamp im ursprünglichen Sinne. Wir haben zwar viele, aber eben nicht alle Elemente eines klassischen Barcamps aufgegriffen.

Der größte Unterschied liegt wohl darin, dass vor Ort kein gemeinsames Sessionplanning stattfindet, sondern dass wir vorab um Sessionvorschläge baten und die sechs Sessions bereits feststehen. Sehr gern hätten wir es – ganz barcampmäßig – ermöglicht, dass auch die Auswahl der Themen selbst zu Beginn der Veranstaltung stattfindet. Dafür wäre aber in den sechs Stunden, die wir für die Veranstaltung angesetzt haben, zu wenig Zeit. Wichtiger erschien uns, für die einzelnen Sessions mehr als nur 30 Minuten zur Verfügung zu haben, damit wir tiefer in die Themen einsteigen können. Warum haben wir überhaupt nur sechs Stunden für das eBookCamp eingeplant? Da es die erste Veranstaltung dieser Art ist, konnten wir zu Beginn der Planungen nicht absehen, auf wie viel Interesse wir stoßen würden. Um die Kosten im Rahmen zu halten, schien es uns sinnvoll, die Zeit auf einen halben Tag zu beschränken.

Letztlich waren wir uns aber sicher, dass auch bei einer Vorauswahl der von euch eingereichten und von uns organisierten Sessions viele interessante Themen herauskommen würden – wir finden, die Sessions, die mittlerweile feststehen, bestätigen das. Nun sind wir gespannt auf eure Beiträge und die Ergebnisse am Abend des 5. November!


Carsten Raimann und die E-Books

Wir, die fünf Organsiatoren des eBookCamps, haben natürlich jeweils andere Beweggründe, bei den Vorbereitungen mitzumachen. Warum wir das eBookCamp ins Leben gerufen haben und was wir uns erhoffen, beschreiben wir hier in loser Abfolge. Carsten Raimann ezählt, weshalb er dabei ist:

Carsten Raiman, einer der Organisatoren des eBookCamps in HamburgSeit Mai diesen Jahres dreht sich bei mir alles um E-Books. Als Merchandiser bei dem kanadischen E-Book-Retailer Kobo Inc. bin ich seither für den Shop und die Community in Deutschland zuständig. Digitaler Content, E-Books, Apps sind für mich das Spannendste und Wichtigste, was der Buchmarkt derzeit zu bieten hat. Der E-Book-Markt auch in Deutschland wird zusehends dynamischer. Mehr und mehr Inhalte- und Geräteanbieter, Dienstleister, Angebotsformen aber auch die Konsumenten treiben das Geschehen an. Es ist also nur konsequent, dass ich zum einen bereits einen regelmäßig stattfindenden E-Book-Stammtisch in Hamburg, zusammen mit Ute Nöth, organisiere, wo Fragen, Wissen und Erfahrung am Puls der Zeit ausgetauscht werden, und dass wir diese Idee breiter und größer aufstellen wollten. Zum anderen gab es wie bereits erwähnt zusammen mit Janina Hein und Andrea Schlotfeldt die Idee, eine Art BuchCamp, das in Frankfurt bereits zweimal stattfand, durchzuführen, allerdings mit einem inhaltlich deutlicheren Schwerpunkt. Nachdem wir uns in dem bestehenden Organisationsteam zusammengefunden hatten, um unsere gemeinsame Idee zu entwickeln, war schnell klar, welche Thematik uns derzeit am meisten beschäftigt und wo wir enormes Diskussions- wie auch Handlungspotenzial und Chancen für die Zukunft des Buchmarkts sehen.


Janina Heins Ansporn zur Mitgestaltung

Wir, die fünf Organsiatoren des eBookCamps, haben natürlich jeweils andere Beweggründe, bei den Vorbereitungen mitzumachen. Warum wir das eBookCamp ins Leben gerufen haben und was wir uns erhoffen, beschreiben wir hier in loser Abfolge. Janina Hein erzählt, was sie anspornt:

Im vergangenen November hat der Verlagsstammtisch Nord eine Diskussionsrunde zum Thema E-Book veranstaltet und das Interesse war groß. Seither hat sich zwar einiges in dem Bereich getan, aber mit den neuen Aufgaben kommen immer mehr Fragen auf. Es zeigt sich, dass die Auseinandersetzung mit dem Herstellen und Vermarkten von E-Books in vielen Verlagen zwar gegenwärtig, aber noch im Reifungsprozess begriffen ist. In dieser Phase freut es mich, dass sich mir zusammen mit Carsten, Andrea, Ute und Felix die Möglichkeit bietet, mit dem eBookCamp eine neue Diskussionsplattform rund ums E-Book in Hamburg zu schaffen. Mein Ansporn, das eBookCamp mitzugestalten, ist die Aussicht auf einen gemeinsamen Tag, an dem in unbefangener Runde Fragen beantwortet, Probleme beseitigt und Ideen konkretisiert werden können.


Ute Nöths Motivation zum eBookCamp

Wir, die fünf Organsiatoren des eBookCamps, haben natürlich jeweils andere Beweggründe, bei den Vorbereitungen mitzumachen. Warum wir das eBookCamp ins Leben gerufen haben und was wir uns erhoffen, beschreiben wir hier in loser Abfolge. Ute Nöth berichtet von ihrer Motivation:

Ute Nöth - eine der Organisatorinnen des eBoookCamps in HamburgIch habe mich dieses Jahr selbstständig gemacht und biete Buchverlagen Projektmanagement für enhanced E-Books. Vor ein paar Jahren war eine Tätigkeit wie diese pure Zukunftsvision – heute erlebe ich in meiner täglichen Arbeit, welche Perspektiven E-Books uns bieten. Da entstehen zum einen unglaublich spannende, neuartige Aufgaben, zum anderen vielfältige Perspektiven fürs Buch, dem in der neuen Darreichungsform ganz neue Funktionen zugedacht werden können. Da sich dieser Wandel so rasch vollzieht, ist es umso wichtiger, sich zu vernetzen und miteinander zu sprechen um Ideen und Erfahrungen auszutauschen. Gemeinsam an der Zukunft des Buches – in jedweder Form – zu feilen, das motiviert mich, dieses eBookCamp zu organisieren.


Andrea Schlotfeldts Idee vom eBookCamp

Die fünf Organsiatoren des eBookCamps haben natürlich jeweils andere Beweggründe, bei den Vorbereitungen mitzumachen. Warum wir das eBookCamp ins Leben gerufen haben und was wir uns erhoffen, skizzieren wir hier in loser Abfolge. Hier beschreibt Andrea Schlotfeldt ihre Idee von eBookCamp:

Als ehemalige Verlagsmitarbeiterin für Rechte und Lizenzen fühle ich mich der Branche noch sehr verbunden. Die Diskrepanz zwischen vielen Worten und Taten von Verlagen und Dienstleistern zum Thema E-Book und einer zumindest derzeit noch geringen Anzahl an E-Book-Lesern bzw. -Käufern beobachte ich mit großem Interesse und habe den Eindruck, dass gerade dieses Jahr ein sehr einschneidendes ist.
Als Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Medien- und Urheberrecht möchte ich außerdem praxisnah beraten können. Das eBookCamp bietet mir die ideale Gelegenheit, an den technischen Entwicklungen und Bewegungen des Marktes dran zu bleiben und einige der relevanten Akteure kennenzulernen.
Die Idee zur Veranstaltung entstand zusammen mit Carsten Raimann und Janina Hein auf der Rückfahrt vom BuchCamp in Frankfurt-Seckbach im Mai diesen Jahres, inspiriert von der positiven Stimmung dort. Wir alle schätzen sehr den Gedanken des Voneinander-Lernens und hatten Lust, das dort Erlernte gemeinsam weiter voranzubringen.


Was Felix Wolf am Herzen liegt

Die fünf Organsiatoren des eBookCamps haben natürlich jeweils andere Beweggründe, bei den Vorbereitungen mitzumachen. Warum wir das eBookCamp ins Leben gerufen haben und was wir uns erhoffen, beschreiben wir hier in loser Abfolge. Felix Wolf macht den Anfang:

Ich finde es sehr spannend zu sehen, welche neuen Herausforderungen die Digitalisierung an meine tägliche Arbeit als Lektor stellt. Und ich bin sicher, dass es vielen Kolleginnen und Kollegen aus der Buchbranche ähnlich geht – was läge also näher, als Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam darüber nachzudenken, wie die Arbeit mit Büchern in Zukunft aussehen wird?

Eines aber liegt mir noch mehr am Herzen. Bei aller Begeisterung für die technischen Neuerungen dürfen wir Büchermenschen natürlich nicht vergessen, worum es eigentlich geht: die Inhalte. Wie können wir Sachtexte digital so anreichern, dass sie dem Leser einen echten Mehrwert bieten? Und welche neuen literarischen Erzählformen lassen sich auf elektronischen Lesegeräten umsetzen? Das sind die Fragen, über die ich mich mit den anderen Teilnehmern des eBookCamps austauschen möchte. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit euch die Möglichkeiten auszuloten, die uns das E-Book bietet.


Die Sessions stehen fest

Wolfgang Tischer, seit 1996 Herausgeber von literaturcafe.de, hat mit seinem Ratgeber »Amazon Kindle: Eigene E-Books erstellen und verkaufen« den deutschen Kindle-E-Book-Store ausprobiert. In dem Zusammenhang wird Wolfgang Tischer unter Berücksichtigung des Kindle Direct Publishing (KDP) die Frage stellen: E-Books für Amazons Kindle selber machen: Braucht der Autor noch einen Verlag? In seiner Session erzählt Wolfgang Tischer von seinen eigenen Erfahrungen und wird dann zur Diskussion aufrufen, ob der engagierte Autor in Zukunft noch einen Verlag benötigt oder ob der erfolgreiche »Self-Publisher« ein medial gehypter Ausnahmefall ist?

Maike Prehn betreut als Managerin E-Book bei Kontor New Media die Partnerverlage. Unter dem Titel Verlage in digitalen Sphären – Anforderungen und Perspektiven wird sie die speziellen Anforderungen an die Verlage im Digital Business darstellen. Neben Punkten wie Klärung der Lizenzrechte, Preisgestaltung und Verhandlung von Konditionen wird das Problem der technischen Anforderungen und der Piraterie nicht außer Acht gelassen. Im naheliegenden Vergleich mit der Musikbranche werden darüber hinaus Chancen und Perspektiven für den Buchhandel herausgearbeitet: Sind die gesammelten Erfahrungen auch für den Buchhandel nutzbar oder sind beide Branchen von Grund auf verschieden?

Jennifer Elfert von zuuka, spezialisiert auf die Umsetzung von Kinderbuch-Apps und E-Books, wirft die Frage: ePub3: das E-Book-Format der Zukunft im Kinderbuchbereich? in die Runde. Der neue Softwarestandard ePub3 bietet gerade Kinderbuchverlagen eine weitere Möglichkeit, ihre Inhalte attraktiv zu platzieren und erfolgreich digital zu vermarkten. Mit einigen wenigen Unternehmen ist Apple in Vorbereitung des neuen iBookstores II dabei, den Standard gemäß den Anforderungen von Verlagen und ihren Agenturen weiterzuentwickeln und zu optimieren. Jennifer Elfert zieht nun eine erste Bilanz.

In Michael Dreusickes Session dreht sich alles um den dynamischen Text. Dynamischer Text meint: Autoren sollen die Vielschichtigkeit ihrer Gedanken abbilden können, Leser sollen die Komplexität nachvollziehen und mit anderen diskutieren können. Dazu braucht es mehrdimensionale Texte, die aus kleinsten Bestandteilen bestehen, die von Lesern bewertet, mit anderen geteilt und diskutiert werden können. So lässt sich Text effektiv steuern und für verschiedenste Anwendungen nutzen. Gemeinsam mit Dorothea Martin, Expertin für Transmedia und storytelling, wird der Geschäftsführer von PAUX Michael Dreusicke dieses Grundprinzip vorstellen.

Social Reading – Chance für die Verlagsbranche? Das ist das Thema von Marcel Koch, tätig im Business Development und Social Media Marketing von LovelyBooks.de. In der Session geht darum, dass die steigende Verbreitung von E-Books und die gleichzeitige Weiterentwicklung der digitalen Kommunikationswege das Lesen und den Austausch mit anderen Lesern direkt zusammenzuführen und das persönliche Leseerlebnis durch Echtzeitkommunikation mit anderen Lesern zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis machen. Der Buchinhalt wird angereichert durch Emotionen, Gedanken und Meinungen vieler Mitleser. Zahlreiche Fragen sind dabei noch offen und werden hier von Marcel Koch aufgegriffen, um sie gemeinsam zu diskutieren.

Peter Schmid-Meil, Programmleiter beim Franzis Verlag, bietet die Session Against All Odds – Der E-Book-Workflow im Verlag an. Dieser Workshop zeigt im Rahmen der Erfahrungen des Referenten, was sich von der Produktidee über Lektorat, Satz, Datenhaltung, Vertrieb und Marketing ändern kann, was man davon hat und welche technischen und mentalen Hürden sich dabei in den Weg stellen. Wer ernsthaft E-Books erstellen und verkaufen möchte, darf die Ärmel hochkrempeln und sich auf eine Menge Änderungen gefasst machen!