Sessionbericht: Die Legende vom richtigen Preis (Maike Prehn)

Unsere Sessionpaten haben in den Tagen nach dem eBookCamp fleißig in die Tasten gehauen, um die Themen für alle Teilnehmer und Interessierten zusammenzufassen. Vielen, vielen Dank dafür! Die Berichte veröffentlichen wir nacheinander in den kommenden Tagen.

Die Legende vom richtigen Preis – was dürfen digitale Bücher kosten?

Sessionleiterin: Maike Prehn

Text: Sana Tornow

Thema: KUNDEN

  • Wer sind unsere Kunden?
  • Kennen wir, also wir „Buchmenschen“ überhaupt unsere Kunden, die echten Endkunden, oder denken wir nach wie vor nur bis zum Handel?
  • Kenne deine Kunden, sie sind diejenigen, die unseren Job sichern.
  • Wie kann ich meine Kunden kennenlernen?
    • Umfragen, z. B. Newsletter
    • Gewinnspiele
    • Facebook-Aktionen
    • Lese- und Autorenveranstaltungen

Thema: STUDIEN

Folgende Stichpunkte beziehen sich auf die Folien, die während der Präsentation gezeigt wurden.

  • Betrachten der Marktzahlen der MediaControl-Studie
  • Starke Leserschaft sind die 30- bis49-Jährigen
  • Betrachten des Sinus-Milieus mit Fazit: bürgerliche Mitte ist die stärkste Kaufkraft bei Büchern
  • Betrachtung Preisentwicklung USA
    • Preisniveau in USA ist stark gesunken im E-Book-Segment
    • Ein Grund könnten die Self-Publisher sein
    • Media Control prüft nur die Verlage und nicht die Self-Publisher

Thema: PREIS

  • Frage in die Runde: Wie teuer sind unsere E-Books?
    • Im Allgemeinen meinten alle zwischen 15 % bis 30 % Nachlass zum Printpreis
  • Ein reiner E-Book-Verlag nimmt Preise zwischen 4,99 und 5,99 EUR pro Titel
    • Schweizer Verlage verlangen erheblich mehr, eher zwischen 15 und 16 EUR, aber die Preispolitik und die Kaufkraft der Schweiz ist völlig anders als auch dem deutschen Markt
  • Folie: was denkt der Kunde, warum sollten E-Books seiner Meinung nach günstiger sein?
    • Nichts Gedrucktes
    • Keine Lager- und Transportkosten
    • Daten können verloren gehen
    • E-Book kann nicht verliehen oder nach Gebrauch weitergegeben werden
    • Grundsätzlich sind digitale Inhalte günstiger als analoge, Bsp. CD vs. MP3
    • Kunde muss ja schon das Lesegerät teuer kaufen, da sollte die „Software“ günstig ausfallen

Hier sehr interessanter Einwand eines eBookCamp Besuchers: Kunden sollten das Lesegerät und E-Books damit vergleichen, dass sie zu einer exklusiven Party (Lesegerät) gehen, die eben Eintritt kostet, und hier genehmigt man sich ein paar gute Getränke(E-Books). Wir müssen es den Kunden nur richtig verkaufen bzw. beschreiben.

  • Allgemein kann festgehalten werden, dass der Preis auch eine Frage des Genres ist
    • Krimis gibt es „en masse“, deshalb sollten sie günstig sein
    • Ausnahme: Bestsellerautoren-Krimis (starke Namen, starke Autoren dürfen teurer sein)
    • Wissenschaft, Historische Romane und Fachbücher dürfen teurer sein
  • Welche Vorteile bietet die Buchhandlung gegenüber Amazon und Online-Shops?
    • Bei Amazon ist kein gemütliches Stöbern möglich.
    • Online-Shops bieten keine schöne Einkaufsatmosphäre,
    • keine Spontan- bzw. Impulskäufe,
    • keine ansprechende Buchpräsentation.
    • Durchblättern oder Reinlesen ist beim Online-Kauf nur bedingt möglich.
  • Die meistverkauften E-Books liegen im Preissegment von 2,99 bis 9,99 EUR
  • Für Self-Publisher liegt der Richtwert bei 2,99 bis 3,99 EUR, das ist der Preis, den der Kunde am ehesten bereit ist, zu bezahlen (laut Beobachtungen und Studien)
  • Die zwei Hauptprobleme mit E-Books, die wir festgestellt haben, sind:
    • E-Books sind keine schönen bzw. attraktiven Geschenke
    • E-Books können nicht als Statussymbol oder dekorativ im Wohnzimmer drapiert werden
  • Das bedeutet:
    • Wenn ich ein E-Book kaufe dann fast nur, um es wirklich selbst zu lesen
    • Ein Buch ist immer auch ein willkommenes Geschenk
  • Interessante Entwicklung: gedruckte Bücher werden teurer.
  • Lösungen? Wir bräuchten digitale Modelle, um E-Books attraktiver zu machen. Was könnte das sein?
    • Streaming
    • Ausleihe
    • Eine attraktive Lösung für Geschenkgutscheine für E-Books, die individuell mit dem entsprechenden Code versehen werden können

Wichtiger Hinweis:

Es ist eigentlich aus grafischer Sicht untragbar, dass E-Books und gedruckte Bücher die gleichen Cover haben. Eigentlich müssten E-Books angepasste, für den Screen angepasste Cover bekommen– und andersherum auch. Eigentlich weiß jeder: Was im Print funktioniert, sieht am Bildschirm oder auf dem Reader in Graustufen noch lange nicht gut aus!

Fazit:

  • E-Books dürfen nicht zu günstig (> 2,99 EUR) aber auch nicht zu teuer (< 9,99 EUR) sein, sonst werden sie von den Kunden als nicht wertig oder überteuert empfunden
  • E-Book wird von den Kunden immer als weniger wert als das Buch empfunden
  • Grundsätzlich großes Preisgefälle
  • Enhanced E-Books verkaufen sich so gut wie gar nicht, wahrscheinlich weil sie einfach zu teuer sind und den Kunden nicht genug Mehrwert bieten, zudem sind sie fast nur bei iOS sinnvoll einsetzbar
Maike Prehn: Die Legende vom richtigen Preis, Session beim eBookCamp 2013

© eBookCamp

 


One Comment on “Sessionbericht: Die Legende vom richtigen Preis (Maike Prehn)”

  1. […] 3. Maike Prehn Die Legende vom richtigen Preis? Mit ihrer Frage nach dem richtigen Preis beleuchtete Maike Prehn (Kontor New Media) das Thema Pricing aus Kundenperspektive. Mehr Infos zu Maike Prehn > Zum Sessionberich von Sana Tornow > […]


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