Sessionbericht: LOG.OS (Volker Oppmann)

Unsere Sessionpaten haben in den Tagen nach dem eBookCamp fleißig in die Tasten gehauen, um die Themen für alle Teilnehmer und Interessierten zusammenzufassen. Vielen, vielen Dank dafür! Die Berichte veröffentlichen wir nacheinander in den kommenden Tagen.

LOG.OS – eine E-Book-Plattform, die nach den Prinzipien der Gemeinwohlökonomie wirtschaftet

Sessionleitung und Text: Volker Oppmann

Volker Oppmann, Sessionleiter beim eBookCamp 2013

© eBookCamp

Wir waren zwar eine kleine, dafür aber sehr feine Gruppe von hochgradig interessierten und wachsamen Teilnehmern, die sich lebhaft in die Diskussion eingebracht und die richtigen Fragen gestellt haben.

So wurden vor allem der gemeinnützige Ansatz sowie die damit verbundenen Implikationen kontrovers diskutiert. Eine der Kernfragen war, inwieweit man mit einem gemeinnützigen Ansatz ebenfalls Daten seiner Nutzer erheben darf (oder gerade auch nicht) bzw. wie man ein in Sachen User Experience gleichwertiges Angebot auf die Beine stellen kann, wenn einem die dafür notwendigen Nutzerdaten (über Tracking-Mechanismen) fehlen. Sprich: Alle waren sich der latenten Gefahr bewusst, dass man selbst zu dem wird, was man eigentlich bekämpfen möchte, einer Datenkrake.

Wir haben verschiedene Probleme und Lösungsansätze diskutiert, und es bestand insoweit in einigen zentralen Punkten Einigkeit:

  • Eine gemeinnützige E-Book-Plattform, die ihr „Fair-Trade“-Label auch seitens der Nutzer verdient, muss
    • lückenlos transparent sein (welche Daten werden wann, wo, wie und warum erhoben und was passiert anschließend damit bzw. kann ich auch nachträglich noch Einfluss auf meine Daten nehmen?),
    • dem Nutzer die volle Kontrolle über seine Daten geben (inkl. vollständiger Anonymisierung, Löschung oder indem sie gar nicht erst aufgezeichnet werden),
    • die Default-Einstellung auf „anonym/keine Daten erheben“ haben und sämtliche Dienste, die lediglich über die Preisgabe persönlicher Daten möglich sind (Ähnlichkeitsanalysen für Vorschlagslisten etc. pp.) über ein Double-opt-in-Verfahren zugänglich machen.
  • Wünschenswert wäre ein dezentrales Verzeichnis auf der Festplatte des Nutzers, sodass man seine E-Books ebenso wie die eigenen Daten auch dezentral verwalten kann, ohne auf die Services der Plattform zu verzichten.
  • Eine nicht knackbare Verschlüsselung (z. B. über eine Art „shared secret“) wäre ebenfalls sehr wünschenswert, d. h. eine Plattform, auf der meine Daten auch tatsächlich sicher sind und nicht von öffentlichen Diensten ausgelesen werden können.
  • Insofern bräuchte es nicht nur eine Distanz zur Wirtschaft, sondern auch zu politischen oder anderweitigen staatlichen Gebilden. Wunschbild: Eine wahrhaft neutrale Zone für die Netzgemeinde.

One Comment on “Sessionbericht: LOG.OS (Volker Oppmann)”

  1. […] 6. Volker Oppmann LOG.OS Volker Oppmann (ONKEL & ONKEL) erläuterte, was hinter seiner Idee eines „zentralen Betriebssystems des geschriebenen Wortes“ steckt. Mehr über Volker Oppmann > Zum Sessionbericht von Volker Oppmann > […]


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s