Sessionbericht: Kleine Theorie des 360°-Online-Marketings

Ihr wollt wissen, was in den Sessions passiert ist, die ihr beim eBookCamp verpasst habt? Oder habt gleich das ganze Camp verpasst? Lest einfach hier nach! Wir veröffentlichen nach und nach die Eindrücke unserer fleißigen Sessionpaten.

Sebastian Posth: Kleine Theorie des 360°-Online-Marketings

von Daniel Bräuer

In seiner Session befasste sich Sebastian Posth mit Online-Marketing für Bücher. Allerdings nicht primär für eBooks, sondern generell, denn es lässt sich nur schwer trennen. Ursprünglich hatte die Session den Titel „360°-Marketing“, was er in „Kleine Theorie des Online-Marketings“ änderte, da die „360°“ im Marketingsprech derzeit eine gewisse Inflation erlebt.

Er begann mit einer kurzen Einführung zur Situation das Buchmarktes, insbesondere des Marketings. So konzentriert sich das Marketing zu großen Teilen auf Handelsmarketing, weil die Verlage ihre Bücher nicht (oder kaum) direkt an die Leser verkaufen, sondern die Buchhändler ihre direkten Kunden sind. Im stationären Handel ist es daher das Ziel, auf die Büchertische zu kommen. Wie aber sehen die digitalen Büchertische aus? Online ist das Ziel, auf den Startseiten der relevanten Shops, deren Genre-Listen platziert, in Newslettern oder anderen Promo-Aktionen der Shops hervorgehoben zu werden. Darüber hinaus bieten die verschiedenen Social-Media-Kanäle den Verlagen natürlich auch reichlich Möglichkeiten, direkt mit ihren Lesern in Kontakt zu treten. Diese Möglichkeiten werden sehr unterschiedlich genutzt. Demnach auch die Frage: Kennen Verlage die Leser ihrer Bücher? Man könnte auch fragen, wie gut sie sie kennen. Dieser Punkt kam auch in der folgenden Diskussion zur Sprache, dass eigentlich kaum professionell Daten gesammelt oder ausgewertet würden. Oder welche Verlage beschäftigen Datenanalysten?

Bevor die Diskussion in der großen Runde begann, stellte Sebastian noch seine „Kleine Theorie des Online-Marketings“ vor, die er auf Papier an alle Teilnehmer austeilte – ja, Ladies and Gentlemen, auf dem eBookCamp wurde Content auf totem Holz verteilt. Auch wenn er uns weismachen wollte, es sei extra für uns im Matrizendruckverfahren hergestellt worden, waren es doch wohl eher profane Digitaldrucke. :)

Bewusst plakativ in Manier einschlägiger Managementliteratur skizzierte er sein Marketingmodell (Handout) mit einer Marketing-Pipeline aus den vier Stufen Information, Traktion, Anreiz und Kontext, denen er vier Kategorien des Online-Marketings gegenübergestellte. Die Pipeline verdeutlicht hier vor allem verschiedene Stadien von Zielen, z. B. soll der Leser in der Lage sein, einen Titel zu entdecken, die Kategorien verschiedene Möglichkeiten, diese zu erreichen. Ziel dieser Aufstellung war weniger ein allumfassendes „so ist es“ in den Raum zu stellen, sondern eine Diskussionsgrundlage, ob und wie man Marketingaktivitäten ordnen und besser planen kann, um die verschiedenen Aspekte abzudecken.

Daraufhin entwickelte sich auch eine sehr intensive und spannende Diskussion, die es fast unmöglich machte, noch nebenher zu twittern, ohne etwas zu verpassen. Die Standpunkte gingen auch durchaus auseinander, von dem, dass das einzig wirklich Effektive das Handelsmarketing sei, zu dem, dass man damit viel Potential verschenke und sich von den großen Shops abhängiger mache, als man es ohnehin ist. Verschiedene TeilnehmerInnen berichteten auch, dass sie es bereits mehr oder weniger so praktizierten wie Sebastian es skizzierte, also das jeweils zur eigenen Zielgruppe oder den Titeln passende machten. Natürlich kann man nicht immer alles, darum ginge es auch nicht. An dieser Stelle fiel das schöne Zitat: „Nachhaltig heißt auch Selektieren“, das für mich das perfekte Fazit darstellt. Man sollte sich ein Muster, oder eben eine Pipeline, aus verschiedenen Anlässen und Aktivitäten zurechtlegen, das auf das eigene Programm passt, und sich dann bei den einzelnen Titeln daraus bedienen. Natürlich muss auch dieses Muster immer wieder überarbeitet werden, aber wenigstens hat man etwas, woran man sich im Alltag orientieren kann, um den Weg zum Leser zu finden.

Um Sebastians Abschlusssatz nicht unter den Tisch fallen zu lassen: „Der Post(h) wird sie finden.“

Sebastian Posth

Ungefähr so – Sebastian Posth erläutert seine Theorie des Online-Marketings, (c) Felix Wolf

 


2 Kommentare on “Sessionbericht: Kleine Theorie des 360°-Online-Marketings”

  1. […] Dies ist mein Bericht zur Session von Sebastian Posth auf dem eBookCamp in Hamburg am 1. November 2014. Er wurde zuvor bereits am 24. November 2014 im Blog des eBookCamps veröffentlicht.  […]

  2. […] Dies ist mein Bericht zur Session von Sebastian Posth auf dem eBookCamp in Hamburg am 1. November 2014. Er wurde zuvor bereits am 24. November 2014 im Blog des eBookCamps veröffentlicht.  […]


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