Sessionbericht: Eine gar nicht mal so hypothetische Fallstudie in Disruption

Ihr wollt wissen, was in den Sessions passiert ist, die ihr beim eBookCamp 2015 verpasst habt? Oder habt gleich das ganze Camp verpasst? Lest einfach hier nach! Wir veröffentlichen nach und nach die Eindrücke unserer Sessionpaten.

Jakob Jochmann
eprdctn: the indie book club. Eine gar nicht mal so hypothetische Fallstudie in Disruption

Sessionbericht des Session-Paten Georg Buss

Jakob Jochmann beim eBookCamp 2015

Jakob Jochmann stellt beim eBookCamp seine Session vor.

Die gut besuchte Session begann wie angekündigt mit einem Theorie-Teil, der in die Frage mündete, wie Disruption zu definieren sei. Die kniffelige Abgrenzung von Disruption und Innovation zog sich wie ein roter Faden durch die Session.

  1. Definition

Disruption will erklären, wie ressourcenschwache Unternehmen von unten die großen überholen können. Wie ist es Startups möglich, den nötigen Marktzugang zu bekommen?

Drei Voraussetzungen für gelungene Disruption v.a. von Unternehmen mit geringen Ressourcen:
1. Der Markt ist für Etablierte nicht interessant genug, z.B. wegen geringer Margen. Oder die Verteidigung der Marktposition ist aus diesen Gründen nicht attraktiv. Es können Kunden erreicht werden, die bisher nicht bedient wurden.
2. Das Geschäftsmodell muss neuartig sein und Gewinn abwerfen, ich muss damit Geld verdienen können.
3. Es muss eine neue und gleichzeitig verbesserungsfähige Technologie eingeführt werden, die dem Disruptor gehören muss.

  1. Diskussion

Daran schloss sich eine lebhafte, in den Details kontroverse Diskussion an. Anschaulich wurde der Gegenstand an den konkreten Beispielen.

Ist Car Sharing disruptiv? Ein neues Kundensegment wurde erschlossen – aber auch große Player sind dabei. Kann man dann noch von Disruption sprechen?

Disruption in der Buchbranche: Gibt es überhaupt Beispiele dafür? Ja, die Einführung des Taschenbuchs wäre ein gutes Beispiel (Anm.: Auch hier große Player im Spiel – zumindest im Rahmen der Branche). Einhelligkeit bestand darin, dass das E-Book keine Disruption darstellt, da keine neuen Leser gewonnen werden, sondern vielmehr Substitution zum Taschenbuch stattfindet. Aber Selfpublisher und besonders Gratisliteratur für Browser-Leser (Comics, Fan Fiction, Wattpad) sind relevante Beispiele für Disruption. Diese Angebote werden von den Verlagen nicht aufgenommen. Das Besondere ist zudem, dass hier keine Produkte verkauft werden, sondern eher Prozesse.
Statt Disruptions-Sprüngen ist Sustaining Innovation im Buchhandel häufig, also die Weiterentwicklung von bereits Bewährtem .

Über weitere Beispiele wurde diskutiert: Uber und Tesla. Beide galten unter den Teilnehmern nicht als disruptiv. Was aber dann? Eher Computer-Hardware oder noch viel mehr die Software, die sich enorm schnell entwickelt und enorm schnell arbeitet. Definition von Innovation = hebt Beschränkungen auf. Z.B. Software als Service, die Arbeitszeit ersetzt und billiger ist. Wann beginnt aber die Disruption? Beispiel Readbox: Das Unternehmen entwickelt sich weg vom Auslieferungsservice, hin zum Softwareentwickler. Ist das nun disruptiv oder einfach nur alternativlos?

Diskussion über Open Source: Open Source hat den Vorteil der Verbesserung durch Mitentwickler. Closed Source ist dagegen oft zu statisch. Open Source hilft eigene Ressourcen zu sparen und die eigene, neuartige Idee zu transportieren bzw. zu entwickeln. Disruption wurde noch einmal in anderen Worten definiert, nämlich als Chance, den Vorsprung der großen Player aufzuholen. Dafür wiederum sei Open Source alleine nicht mächtig genug.

Beispiel von Jakob Jochmann: Ein virtueller Bauchladen. Lediglich zwei E-Mail-Adressen sind nötig: von Verkäufer und Käufer. Das Produkt, hier das E-Book „Treasure Island“, konnte ohne Anlage eines Benutzerkontos erworben werden. Der Bezahlvorgang blieb bei der Simulation ausgespart. Das Beispiel sollte veranschaulichen, wie auf Basis einer primitiven Website, hinter der lediglich eine Excel-Tabelle steckt, ein Geschäftsmodell gestartet werden kann und Entwicklergelder eingetrieben werden können. Die Website wurden übrigens mit Open Source Technologie entwickelt. Ist das nun disruptiv? Ja, und zwar wenn neue Kunden, die das Produkt sonst nicht gekauft hätten, gewonnen werden konnten.

Aller Anfang sei einfach, z.B. durch den Versand von Literatur per E-Mail ein neues Geschäft starten. Eine wahrscheinlich immerwährende Frage: Wie kann die Sichtbarkeit für neue Ideen geschaffen werden? Wie findet die Verbreitung statt ohne die großen Spieler? Sind Handelssparten (vgl. Session der „Buchlichter“) eine Lösung? Damit schloss sich der Kreis zum Anfang, wo ja bereits auf die Schwierigkeit des Marktzugangs hingewiesen wurde.

Abschließend wurde konstatiert, dass klare Beispiele für Disruption in der Buchbranche schwer zu finden sind.

Hinweis zur Vertiefung: 30 Minuten Interview mit einem der Autoren der Theorie.

http://a16z.com/2015/10/28/what-disruption-theory-is-and-isnt/

Ruhm, Ehre und jede Menge Karmapunkte: Wir danken Georg Buss sehr herzlich für die Zusammenfassung der Session!

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Disruption? Retrospektion! Unsere Bildergalerie!

Es gibt Bilder! Mehr als diese Auswahl bietet euch übrigens unser Flickr-Fotoalbum, schaut mal rüber! Und auch beim Börsenblatt gibt es eine schöne Bildergalerie des letzten eBookCamp vom 7. November 2015 in Hamburg.


Alle Infos fürs morgige eBookCamp

Morgen steigt das beste eBookCamp aller Zeiten in Hamburg. Wir freuen uns riesig auf alle Teilnehmer! Für alle die ein Ticket ergattert haben bzw. noch über die Tauschbörse Glück hatten, hier die wichtigsten Infos für morgen:

  1. Sessions & Ablauf
  2. Sessionpatenschaften
  3. Sponsoren
  4. eBookCamp-Suppenküche
  5. Verpflegung während des Camps & Abschlussparty
  6. Location
  7. Tauschbörse
  8. Twitter/Hashtag
Zeitplan eBookCamp 2015

Der Zeitplan beim eBookCamp 2015 (Angaben ohne Gewähr)

1. Sessions & Ablauf

Zum Jubiläum wurden wir von genialen Sessionideen regelrecht überrollt – und haben deshalb beschlossen, dieses Jahr einiges anders zu machen, um so viele Themen wie möglich unterzubringen. Es wird zwölf (statt wie bisher neun) Sessions in vier Zeitslots geben, und die Sessions werden jeweils 50 Minuten (statt eine Stunde) lang sein. Vier der Sessions werden sich um unser Schwerpunktthema Disruption drehen. Die Bandbreite der anderen neun Themen reicht von der Vorstellung einer Webplattform für digitale Literatur bis zu einem Werkstattbericht über das Tracking in E-Books.

Eine Liste aller Sessions sowie einen Zeitplan für den Tag findet Ihr hier:
https://ebookcamp.wordpress.com/programm/

Die genaue Verteilung der Sessions auf die Zeitslots werden wir zu Beginn der Veranstaltung mit Euch abstimmen.

2. Sessionpatenschaften

In den vier Zeitslots werden viermal drei Sessions parallel laufen. Damit Ihr trotzdem von allen Sessions profitieren könnt, werden wir nach der Veranstaltung eine Zusammenfassung veröffentlichen, und jeder wird die Inhalte nachlesen können. Möglich machen das unsere Sessionpaten, die Vorträge und Diskussionen aufmerksam verfolgen und die wichtigsten Punkte und Ergebnisse dokumentieren.

–  Werdet Sessionpate! –

Findet Ihr eines der Sessionthemen besonders spannend und habt Lust, eine Zusammenfassung darüber zu schreiben? Dann meldet euch unter ebookcamp@gmail.com und nennt uns die Session, die Ihr dokumentieren wollt! Neben Ruhm, Ehre und jeder Menge Karmapunkten winkt den Sessionpaten natürlich auch wieder ein kleines, feines Präsent.

3. Sponsoren

Das eBookCamp wird überhaupt erst möglich dank großartiger Sponsoren. In diesem Jahr haben sich gleich sieben Unternehmen und Organisationen bereit erklärt, uns zu unterstützen. Unser Hauptsponsor ist der bemerkenswerte neue Digitalverlag der Edel AG, edel & electric. Daneben beteiligen sich die Verlage Bastei Lübbe, Carlsen und Murmann, außerdem BoD und readbox. Auch unser treuester Sponsor, der AKEP, ist wieder mit dabei, dieses Jahr bereits zum fünften Mal. Mehr über die digitalen Aktivitäten unserer Sponsoren und ihre Motivation, das eBookCamp zu unterstützen, erfahrt Ihr hier:https://ebookcamp.wordpress.com/sponsoren_ebookcamp/

4. eBookCamp-Suppenküche

Offiziell beginnt das eBookCamp um 12.30 Uhr. Wir öffnen aber schon ab 11.30 Uhr die Türen für ein gemeinsames Mittagessen. Wer Lust hat, bei einer leckeren Suppe schon mal die Räume zu erkunden, auf bekannte Leute zu treffen und neue kennenzulernen, ist allerherzlichst eingeladen.

5. Verpflegung während des Camps & Abschlussparty

Eure Brotdose kann zu Hause bleiben! Vor Beginn der Veranstaltung gibt’s die Suppe, während des Camps sorgen wir für Kuchen und Obst und abends werden lecker belegte Brote aufgefahren. Wir haben ein Budget für Freigetränke eingeplant, das bis zum offiziellen Ende gegen 20.30 Uhr reichen sollte. Danach zieht die ganze E-Book-Meute ein paar Meter weiter in die neue In-Location der Craftbeerszene im Schanzenviertel, den Galopper des Jahres (im Kulturhaus 73, Schulterblatt 73), um den Tag mit einer anständigen Party zu beenden. Dort laden wir Euch zum Craftbeer (oder den anderen Getränken von der Karte) ein, bis unser Budget leergetrunken ist. Danach feiert Ihr zum Selbstkostenpreis mit uns weiter.

betahaus Hamburg Foto: Andreas Meichsner

betahaus Hamburg
Foto: Andreas Meichsner

6. Location

Unser Gastgeber ist 2015 nach langen Jahren wieder das betahaus Hamburg in der Eifflerstraße 43:

http://hamburg.betahaus.de

Von der S-Bahn-Station Sternschanze sind es ca. 10 Minuten zu Fuß dorthin. Die Bushaltestelle Schulterblatt (Linie M 15) ist ca. 2 Minuten entfernt, die Bushaltestelle Sternbrücke (Linie M 3) 10 Minuten, und um die Ecke gibt es eine Stadtradstation.

7. Tauschbörse

Da nicht alle ein Ticket abbekommen haben, unser Aufruf an diejenigen, die ihre Anmeldung nicht wahrnehmen können: Gebt uns Bescheid! Alle, die eine Karte abgeben wollen und alle, die eine suchen, finden weitere Infos zum Tickettausch auf dieser Seite: https://ebookcamp.wordpress.com/tauschboerse-2015/

8. Twitter/Hashtag

Unser Twitteraccount, um auf dem Laufenden zu bleiben: @eBookCamp, Hashtag: #eBookCamp


Die Sessions 2015 – Iris Kirberg/Andrea Kock: Mit erfolgreichem Content Marketing neue Leser erreichen

Welche Themen erwarten euch dieses Jahr beim eBookCamp? Sessions und Sessionleiter stellen wir sukzessive hier im Blog vor.

Abiturtrainer suchen, Work & Travel-Handbuch kaufen – mit erfolgreichem Content Marketing neue Leser erreichen

Immer mehr Titel konkurrieren um die Aufmerksamkeit der Leser. Vor allem im Online-Handel wetteifern sie im schier unüberschaubaren Angebot um mehr Sichtbarkeit. Der anhaltende Self-Publishing-Boom verstärkt diesen Trend noch und bietet zu nahezu allen Themen eine große Vielzahl an Büchern. Doch wie kann ein einzelner Titel aus der Masse hervorstechen, um neue Leser zu erreichen? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um bei Suchanfragen ganz oben zu erscheinen? Welche Metadaten sind besonders wichtig und wie können diese möglichst effektiv eingesetzt werden? Diese Fragen werden unter dem Schlagwort Discoverability schon länger heiß diskutiert.

Eine effektive Lösung bietet intelligentes Content Marketing, das sich klar an Lesergruppen und deren Bedürfnissen ausrichtet. Statt starrer Warengruppensystematiken stehen zielgruppenspezifische Schlagworte im Vordergrund, die das aktuelle und künftige Interessenfeld der Leser abdecken. Ziel ist es, potenziellen Kunden neue, themenverwandte Titel auch innerhalb der gängigen Shop-Suchanfragen sichtbar zu machen und zu präsentieren: Schüler suchen einen Abiturtrainer und entdecken ein Work & Travel-Handbuch für die Zeit nach dem Schulabschluss für sich.

Wertvolle Erfahrungen zum Content Marketing lassen sich dabei aus dem Self-Publishing gewinnen. Frühzeitig besetzen Self-Publisher Nischen- und Trendthemen und positionieren ihre Titel nachhaltig bei ihren Zielgruppen. Der Workshop zeigt auf, wie im Online-Buchhandel neue Leser mit Hilfe von intelligentem Content Marketing erreicht werden können. Anhand von Erfolgsbeispielen wird der effektive Einsatz von Metadaten präsentiert, individuelle Einsatzmöglichkeiten mit den Teilnehmern gemeinsam erarbeitet und Optimierungspotenziale diskutiert.

Andrea Kock, BoD

Andrea Kock, BoD

Andrea Kock ist seit 2003 bei BoD. Nach Stationen im Layout & Lektorat und in der Betreuung der Key Account-Verlage, verantwortet sie seit 2011 die E-Book-Produktentwicklung. Mit Fokus auf Herstellung und Distribution, ist sie für Standards, Prozesse und Qualitätssicherung zuständig. Seit 2015 ist sie zudem für das Produktmanagement bei BoD verantwortlich. Die Leidenschaft für die digitale Form des Buches begleitet sie seit über 10 Jahren. Als Content Managerin E-Book bei der dibi Medien und Vertriebs GmbH begleitete sie von 2000 bis 2003 die Einführung des ersten Lesegerätes Rocket eBook und des Microsoft Readers in Deutschland.

Iris Kirberg, BoD

Iris Kirberg, BoD

Iris Kirberg verantwortet seit 2014 das Marketing und den Vertrieb für das Autorengeschäft bei BoD. Zuvor war sie verschiedenen Stationen bei G+J Entertainment Media, einer Tochtergesellschaft des Verlagshauses Gruner+Jahr, tätig. Zuletzt war sie als Leiterin Marketing für sämtliche B2C und B2B Marketing- und Vertriebsaktivitäten des Unternehmens sowie alle Maßnahmen in den Vertriebskanälen Direktmarketing, TeleSales und Customer Relationship Management verantwortlich.

Zur Übersicht aller Sessions auf dem eBookCamp 2015 in Hamburg >


Wir stellen vor: Unser Sponsor BoD

Wir freuen uns sehr, dass wir BoD in diesem Jahr erneut als Sponsor gewinnen konnten – und damit ein Unternehmen, das zu den maßgeblichen Innovationstreibern der Buchbranche zählt. 

Iris Kirberg, Leitung Marketing und Vertrieb Autoren, haben wir im Vorfeld einige Fragen gestellt:

Iris Kirberg, BoD

Iris Kirberg, BoD

Warum sponsert Books on Demand das eBookCamp schon zum zweiten Mal?
Als ein Vorreiter im Bereich der digitalen Buchpublikation unterstützen wir Projekte, die den Austausch und Fortschritt in der Buchbranche aktiv und konstruktiv vorantreiben. Das eBookCamp setzt sich mit zentralen Fragen des E-Publishings auseinander und sucht gemeinsam nach neuen Wegen und Lösungen, um das Buch besser zu machen. Uns begeistert, dass in den Sessions neue Perspektiven gesucht und Erfahrungen aus verschiedensten Bereichen ausgetauscht werden. Das diesjährige Schwerpunktthema “Disruption“ passt zudem besonders gut zu BoD. Wir freuen uns daher, erneut als Sponsor und Session-Leiter mit dabei zu sein.

Du hast einen Wunsch frei – was würdest du sofort in bzw. an der Buchbranche ändern?
Ich würde mir wünschen, dass wir uns nicht nur intensiv mit Innovationen und neuen Ideen auseinandersetzen, sondern diese auch konsequenter und schneller umsetzen. Es werden zwar bereits vielfach unglaublich kreative Projekte realisiert, die dann allerdings eher einen Leuchtturmcharakter haben. Die Innovationen durchdringen häufig nicht die gesamten Unternehmen. Dabei birgt die kontinuierliche Überprüfung des eigenen Geschäftsmodells unglaublich viel Potenzial für die Buchbranche.

Für wie gewappnet hältst du die Buchbranche vor dem Thema Disruption? Oder steckt sie schon mittendrin?
Die Buchbranche unterliegt schon seit längerem einem grundlegenden Wandel. Sie steckt also mittendrin. Disruption muss aber nicht zwangsläufig zerstörerisch sein. Sie ist ein Innovationstreiber, dem die Buchbranche bereits mit spannenden Projekten begegnet. Dies zeigt sich gut beim Thema Self-Publishing. Verlage haben auf den anhaltenden Boom und Erfolg reagiert und eigene Self-Publishing-Plattformen oder digitale Imprints gegründet. Jüngstes Beispiel ist das zur Frankfurter Buchmesse gestartete Portal TWENTYSIX, eine gemeinsame Kooperation der Verlagsgruppe Random House und BoD. Verlage profitieren so ebenfalls vom Self-Publishing und nutzen es gleichzeitig als als Talentpool, um neue Autoren für das eigene Verlagsprogramm zu entdecken. Entscheidend ist, dem Wandel offen gegenüber zu stehen und bereit zu sein, ihn mitzugestalten.

BOOKS on DEMAND

BoD ist Sponsor des eBookCamp 2015

Seit über 15 Jahren ist BoD die Anlaufstelle für das digitale Publizieren von Büchern über den Buchhandel und Partner für über 30.000 Autoren und mehr als 2.000 Verlage. Nicht nur, dass BoD seinen Autoren schon ausgesprochen früh den Vertrieb als E-Book ermöglichte und heute zu den größten deutschen eBook-Distributoren zählt, beständig entwickelt die Self-Publishing-Plattform neue Services und Ideen, wie etwa aktuell die freie Wahl der Autoren beim Digital Rights Management (DRM). Unser Dank geht insbesondere an Iris Kirberg, Thorsten Simon und Andrea Kock – mit denen gemeinsam sich einfach tolle Projekte auf die Beine stellen lassen!

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Die Sessions 2015 – Tina Giesler mit „Digitalliteratur anders gedacht“

Welche Themen erwarten euch dieses Jahr beim eBookCamp? Sessions und Sessionleiter stellen wir sukzessive hier im Blog vor.

Digitalliteratur anders gedacht. Ein Experiment.
Das, was wir derzeit E-Book nennen, ist für Tina Giesler gerade mal eine „digitale Sicherheitskopie eines Buches“, aber beileibe kein geeignetes Format, um Literatur ins Digitale zu überführen. Sie ist der Meinung, dass Literatur im Netz nativ mit den Strukturen des Internets interagieren muss. Das heißt: Granuliertes und vernetztes Lesen ist gefragt. Bei weitem reicht es nicht aus, Bestehendes zu konvertieren, vielmehr müssen Inhalte, Schreib- und Leseprozesse neu organisiert und eine Art literarisches Mikronetzwerk aufgespannt werden.

Zur gleichen Schlussfolgerung, nämlich dass das konventionelle E-Book wahrscheinlich nicht das Ende der E-Publishing-Fahnenstange ist, kam (hoffentlich!) schon so mancher – Tina aber hat es nicht bei diesen Überlegungen belassen, sondern hat ein konkretes Anwendungsszenario namens „Dembelo“ entwickelt. Für Mitte Dezember hat sie bereits eine geschlossene Beta ihrer Plattform angekündigt, für die derzeit Autoren schon Texte produzieren. In ihrer Session wird sie ihre Idee einer literarischen Webplattform, die auf nicht linear vernetzten Textknoten basiert, zur Diskussion stellen. Als Moderator zur Seite stehen wird ihr dabei Sebastian Posth.

Tina Giesler

Copyright © Sarah Sauer

Wer, wie Tina Giesler, beim Abi als Leistungsfach Elektrotechnik und Deutsch wählt, dessen Weg ist quasi vorgezeichnet! Tina jedenfalls blieb ihren Leidenschaften treu, studierte u.a. Informatik und Germanistik um dann in die Verlagsbranche einzusteigen. Seit 2009 beschäftigt sie sich mit der E-Book-Konvertierung, seit 2010 ist sie als type:area selbständig und begleitet die Branche als Fachbloggerin, realisiert Fachbuchumsetzungen, gedruckt wie digital, und unterstützt Projekte wie den Frohmann Verlag, iRights und Sobooks.


Wir stellen vor: Unser Hauptsponsor edel & electric

Über unseren diesjährigen Hauptsponsor freuen wir uns besonders, ist er doch gefühlt so etwas wie eine „Schwester im Geiste“. Die Rede ist von edel & electric, der neuen Marke aus dem Hause Edel. Unter der Leitung von Karla Paul entsteht dort gerade nicht nur ein Digitalverlag, sondern vielmehr ein Digitalprojekt, das auf vielen Ebenen Digitalwelt und Literatur verbinden und gleichzeitig ausloten wird, wie sich digitale Literatur über neue Kanäle inszenieren und verkaufen lässt.

Wir haben Karla Paul, Leiterin von edel & electric, befragt:

Karla Paul leitet den Digitalverlag edel&electric

(c) Bob Sala

Warum sponsert edel & electric das eBookCamp?
edel & electric ist  immer auf der Suche nach aufgeschlossenen Gesprächspartnern, die Lust auf Neues haben. Wir unterstützen das eBookCamp, weil wir das Austauschen über digitale Trends und Themen fördern wollen. Wir möchten eine Diskussionskultur anregen, die über schwarz/weiß oder analog/digital hinausgeht. Deshalb freuen wir uns auch schon sehr darauf, bei unserer Session aus dem Nähkästchen zu plaudern: Wie kam es zu edel & electric? Mit welchen Schwierigkeiten waren wir konfrontiert? Wie sieht das erste Resümee aus? Wir freuen uns schon auf die Fragen und Erfahrungen der Teilnehmer!

Karla, du hast einen Wunsch frei – was würdest du sofort in bzw. an der Buchbranche ändern?
Die Geschwindigkeit! Ich würde mir wünschen, dass wir Innovationen und gute Ideen schneller entwickeln und umsetzen. Dass wir unsere Leidenschaft für gute Bücher zwar behalten, aber einen Zahn zulegen, was kreative Vermarktung und Bewerbung angeht. Dass wir neue Ideen nicht an alten Maßstäben messen, sondern jeder Neuerung erst einmal aufgeschlossen gegenüberstehen – und dass wir nicht ständig Angst vor dem Untergang der Buchbranche haben! Wie viele Wünsche waren das jetzt …?

Was fehlt im Digitalbereich und für welches Problem ist edel & electric die Lösung?
Es gibt nie genug gute Literatur, egal ob gedruckt oder digital. Wir wollen lachen, lieben, gespannt die Luft anhalten, wir wollen gut informiert werden und lernen, uns im Kopf weiterentwickeln. Diese Literatur wollen wir den Lesern bieten. edel & electric ist nicht nur ein Verlag, es ist ein Digitalkonzept für Literatur auf der nächsten Stufe. Mehrmals im Jahr werden wir weitere Ideen und Projekte vorstellen. Was gehört alles zu einem guten Text, wie kann man ihn transportieren, wie möglichst viele Leser dafür begeistern? edel & electric wird Fragen stellen und Antworten bieten.

Über edel & electric:

Logo des Digitalverlags edel&electric. edel & electric verlegt ausgewählte literarische Texte in digitaler Form. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf neuen starken Stimmen, selbstbewussten oder polarisierenden Texten und innovativen Kooperationen zwischen Digitalwelt und Literatur. edel & electric möchte neue Trends anstoßen und literarische Experimente ermöglichen. Anfang Oktober 2015 präsentierte sich edel & electric mit vier Veröffentlichungen erstmals seinem Publikum und wird seitdem im Netz mit viel Begeisterung und Aufmerksamkeit begleitet. Wir freuen uns sehr, dass wir edel & electric als Hauptsponsor für das eBookCamp 2015 gewinnen konnten, und können die Session, in der das Team von seinen Erfahrungen berichten wird, kaum abwarten! Unser Dank geht speziell an „Wonderwoman“ Karla Paul und an Laura Sonnefeld  besser kann man sich einen Sponsor kaum wünschen!

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