Sessionbericht: Disrupt eBookCamp

Ihr wollt wissen, was in den Sessions passiert ist, die ihr beim eBookCamp 2015 verpasst habt? Oder habt gleich das ganze Camp verpasst? Lest einfach hier nach! Wir veröffentlichen nach und nach die Eindrücke unserer Sessionpaten.

eBookCamp-Team: Disrupt eBookCamp

Sessionbericht von Luise Schitteck

Los ging es mit einer kurzen Vorstellungsrunde der über einem Dutzend Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die dabei auch direkt äußern konnten, was sie am eBookCamp schätzen und was sie vermissen.

Auf der Haben-Seite fanden sich

  • Offenheit
    … einerseits der Veranstaltung für alle Interessenten und Interessentinnen
    … der Anwesenden untereinander
  • Netzwerkarbeit (erweitern, vertiefen, festigen, …)
  • Augenhöhe ( keine hierarchischen Strukturen, offener Austausch, „Jeder darf mal“ (eine Session einreichen, (gefühlt dumme oder tiefgehende) Fragen fragen, Wünsche undoder Kritik äußern,  was sagen, nichts sagen)
  • breites Themen-Spektrum
  • erschwinglich auch für knappe Budgets

Auf der Soll-Seite

  • die Suppe wurde ohne Brot serviert und es war nicht allen klar, dass man die Bambus-Suppenteller hätte mitessen können (und dass es deswegen ganz und gar unbedenklich war, dass sie sich während des Essens ein wenig aufgelöst haben).

Nach einer kurzen Einführung, in der es auch darum ging, wie anstrengend die Vorbereitungen für das eBookCamp für die ehrenamtlichen Organisatoren sind, gab Ute einen kurzen Überblick darüber, was sich in der Orga derartiger Events (allgemein) verändert hat. Darüber, dass vieles leichter geworden ist durch neue Tools, die die Vorbereitung unterstützen, und dass durch die sinkenden Schwellen die Veranstaltungen stärker ausdifferenziert sind. Dazu kommen neue Hybrid-Formate wie Periscope-Parties.

Carsten arbeitete sich dann durch eine kurze Wettberwerbs-Analyse vor zu der Frage „Wo steht das eBookCamp?“ im Vergleich zu anderen Branchenevents.

Im Vergleich mit Buchmessen, der AKEP-Jahrestagung, Pub’n’Pub, orbanism und der future!publish, braucht es da das eBookCamp? Die Beantwortung der Frage wurde dann ans Plenum gegeben und ein wenig nach hinten verschoben.

Andrea stellte weitere Fragen in den Raum. Wie lang kann ein Format wie das eBookCamp unverändert bestehen? Muss es verändert werden, soll es verändert werden? Oder gilt es gar, das geflügelte Wort zu beachten, „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist“?

Felix eröffnete an diesem Punkt die „offizielle“ Diskussion, indem er sich direkt an Matthias Voigt von der Agentur Literaturtest wandte, der Veranstalter der future!publish ist. Matthias sieht genügend Platz für das eBookCamp und die future!publish.
Nicht zuletzt habe die future!publish einen kommerziellen Hintergrund und wende sich eher an die Geschäftsführer-und Vertriebsebene. Es gebe Möglichkeiten zur Kooperation beider Events, wie es auch dieses Jahr schon praktiziert wurde: Unter den Sponsoren-Ticket-Käufern und-Käuferinnen des eBookCamp wurde ein Ticket für die future!publish verlost.
Zusätzlich sei das unter anderem vom BOEV Berlin-Brandenburg initiierte Event nicht ausschl. auf Digitales fokussiert, sondern widme sich auch analogen Themen, Verlagsprozessen, Agilität etc.

Michael Schneider ging dann auf die Unterschiede zu Branchenveranstaltungen wie der AKEP-Jahrestagung/den Buchtagen ein. Das eBookCamp decke eine Nische ab, weil es aus Eigeninitiative und ehrenamtlich veranstaltet werde. Diese Voraussetzung führte zu einem kollaborativen und partizipativen Charakter, der in der Verbandsarbeit manchmal schwerer falle.
Grundsätzlich könne man von Veranstaltungen wie dem eBookCamp, dessen Adaption in München ein Erfolg sei, einiges lernen.

Das Team des eBookCamp diskutiert, wie es mit dem Format weitergehen soll.

Das Team des eBookCamp diskutiert, wie es mit dem Format weitergehen soll.
(c) Kai Mühleck

Darauf stellte das eBook-Camp-Team die Frage, ob das eBookCamp größer, vielleicht auch kommerzieller werden muss.

Aus der Gruppe kamen dazu verschiedene Rückmeldungen, die aber alle den Tenor hatten, dass eine Vergrößerung nicht gewünscht ist:

  • Die Kommunikation ist bei einer kleineren Veranstaltung direkter, das gesamte Gefüge agiler
  • Eine Vergrößerung würde zu einer Art „eBook re:publica“ führen
  • Größer = anonymer
  • Statt „größer“ lieber noch kollaborativer, praktischer, „hands-on“

Vom Team kam Frage, ob es eine Möglichkeit sein könnte, Projekte mit Vorlauf zu starten und dann beim eBookCamp auszuwerten. Die Rückmeldung hierauf war eher verhalten, stattdessen kam die Gegenfrage, ob dem Team ganz konkret Unterstützung fehle.
Offensichtlich (und sehr nachvollziehbar) stellt es einen großen Kraftakt dar, das eBookCamp neben Job und Familie ehrenamtlich auszurichten. Hilfe in jedweder Form ist immer erwünscht und das Team freut sich über Angebote.
Die Diskussion war herrlich konstruktiv und erbrachte Folgendes:

  • Die hohe Attraktivität für „Einsteiger“ wird erhalten, indem das Themenspektrum breit gehalten wird
  • Teilnehmer und Teilnehmerinnen schätzen das hohe Niveau der Diskussionen und Begegnungen, das dank der großen Beteiligung „operativer Contentarbeiter“ (Wisst Ihr, was ich meine?) zustande kommt
  • Vielleicht kann man vor-oder nachgeschaltet ein „Toolcamp“ anbieten, indem Workshops zu bestimmten Themen stattfinden (Lieblingsbildbearbeitung zeigen, EPUB erstellen, o.ä.)
  • Einen der Slots in Zusammenarbeit mit einer Hochschule füllen, um Forschungsprojekte einzubringen und zeitgleich den Studierenden Input aus der Praxis zu geben
  • Die Erweiterung von 9 auf 12 Slots wurde von der Mehrheit positiv bewertet.
  • Es wurde mehrfach der Wunsch geäußert, wenigstens einen „klassischen“ Barcamp-Slot anzubieten, bei dem erst bei der Veranstaltung Sessions vorgestellt werden und Teilnehmer und Teilnehmerinnen abstimmen, welche Session stattfinden soll.
  • Die Themen des eBookCamp wachsen mit den Themen der Branche

Wir waren uns in jedem Fall alle einig, dass das eBookCamp sich nicht tot gelaufen hat und dass wir es behalten wollen. So!

Um dem Team unter die Arme zu greifen, ist jede Form der Hilfe willkommen, Vorschläge gern per eMail. Auch gern genommen sind Ideen, welche Themen gerade besonders spannend sind, womit man sich befassen könnte/sollte.
Da sind wir alle gefragt.

Der Sessionbericht ist zuerst auf Luises Blog e-luise.de erschienen.

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Sessionbericht: „PROJEKT MARILLE“ – Tracking in eBooks, ein Werkstattbericht

Ihr wollt wissen, was in den Sessions passiert ist, die ihr beim eBookCamp 2015 verpasst habt? Oder habt gleich das ganze Camp verpasst? Lest einfach hier nach! Wir veröffentlichen nach und nach die Eindrücke unserer Sessionpaten.

Kornelia Holzhausen, Susanne H. Schmitz: „PROJEKT MARILLE“ – Tracking in eBooks, ein Werkstattbericht

Bericht von Vedat Demirdöven

Kornelia und Susanne H. Schmitz

Kornelia Holzhausen (rechts) und Susanne H. Schmitz

Susanne Schmitz und Kornelia Holzhausen vom Piper Verlag präsentieren ihren „Werkstattbericht“ gleich in ihre ersten Session, im vollbesetzten Edel-Raum des Beta-Haus, das Gastgeber des 5. Jubiläums-Camp war.

Amazon, Apple, Google und Co. sammeln immense Datenmengen über Kunden, über deren Verhalten deren ihre Freunde, Vorlieben. Sie basteln daraus ihre Analysen, ziehen Rückschlüsse, schaffen neue Trends und betreiben gezielt Marketing. Verlage hingegen müssen sich auf ihr Bauchgefühl verlassen. Das läuft seit vielen Jahren sehr gut., aber dennoch fühlt es sich zuweilen ein wenig so an, als würde man sich mit einer kleinen LED-Taschenlampe durch den stockdunklen Wald bewegen. Wahrsager müsste man sein!

Piper versucht mit seinem aktuellem Trackingprojekt Marille, Licht ins Dunkle zu bringen, und bedient sich dabei der Technologie der englischen Firma Jellybooks, die den Verlagen selbst das Tracking von Leseverhalten ermöglicht, bereits Anfang 2015 wurde mit Random House UK ein erster Pilot durchgeführt und nun, seit dem 12.10.2015, also seit nicht mal 4 Wochen ist Piper mit den ersten eigenen Titeln am Start.

Wie es funktioniert und welche Einschränkungen das Projekt mit sich bringt zeigt die folgende Grafik

Jellybooks
Jellybooks
  • Zunächst müssen die Geräte ePub 3-fährig sein
  • Ein eingebettete Javascript-Software trackt (offline) das Leseverhalten und
  • Durch Anklicken eines Buttons am Ende eines jeden Kapitels durch den Leser, werden die Daten mit Jellybooks synchronisiert.

Der Jellybook-Pilot wurde bei Piper so aufgesetzt, dass es dem Vorab- oder Leseexemplar ähnlich ist und führt zunächst eine quantitative Auswertung durch und in einem zweiten Schritt erfolgt die qualitative Auswertung über einen Fragebogen.

Aber zunächst musste man in Arbeitsgruppen erst einmal Fragen erarbeiten, auf die der Verlkag Antworten aus dem Tracking gewinnen möchte.

Möglich Fragen die ein solches Leser-Tracking beantworten kann sind zum Beispiel:

  • Bleibt ein Titel Spitzentitel und bekommt maximales Marketing (Pre-screening)? Oder überzeugt ein anderer mehr?
  • Können wir durch das Sammeln von weiteren demographischen Daten unser Marketing etc. optimieren?
  • Gibt es Rückschlüsse für Autoren in Sachen Inhalt? Ist dies hilfreich? Oder führt das zum programmierten Bestseller?
  • Spricht das Cover meine Zielgruppe an?
  • Hat der Inhalt überzeugt? Der erste Teil wurde gut verkauft, aber haben die Leute wirklich gelesen? Hat der Autor eine loyale Leserschaft?
  • Können Leserdaten ein KPI (key performance indicator) sein, wenn Lizenzen gekauft oder verkauft werden?
  • Möchte man Endkundenadressen oder Buchhändlermeinungen erfassen?
  • etc

Was kann gemessen werden?

  • Qualitativ: Beim einzelnen Leser z.B. „Wann hört er auf zu lesen?“ oder „Wann fängt er an zu überblättern?“
  • Quantitativ: Leser gesamt, z.B. Geschlecht, Alter, wie viele Leser lesen zu Ende (prozentual gut/schlecht)?
  • Gibt es inhaltliche Hürden, die zum Abbruch führen? …
  • Das Pre-screening kann als Entscheidungshilfe für „Einschätzungen“ dienen (fürs Lektorat, Marketing, Lizenzabteilung…)

Das kleine FAQ des PIPER – Marille-Tracking Projekts:

  • Also absolut spannend, mit Tracking – bekommen Autoren Feedback, bspw wo der Leser abbricht
  • Mit dem Tracking durch Jellybooks kann Piper auch neue Autoren testen. In der Testphase laufen allerdings zunächst Titel bereitsetablierter Autoren
  • InBook-Marketing – Tracking kann auch Conversion im Buch messen, also ob der leser zu empfohlen Bücher konvertiert

Es ist kein Projekt von „Spinnern“, ein überzeugender Werkstattbericht, der von den Anwesenden sofort mit dem Wunsch hinterlegt wurde, dass Susanne Schmitz und Kornelia Holzhausen beim nächsten eBookCamp von den Ergebnissen berichten möchten und es wurden spontan vom den Teilnehmern weitere Beispiel eingebracht für andere denkbare Anwendungsfälle, die sich durch die technischen Möglichkeiten von Jellybooks ergeben und Verlagen zukünftig Antworten liefern können.

Es ist ein Projektprojekt, – es geht in die richtige Richtung – weg von der „Datenhoheit & -Abhängig“ der Datenkrallen, hin zu Dinge-selbst-in-die-Hand-nehmen-und-verstehen …  

Der Sessionbericht ist zuerst auf Vedat Demirdövens Blog erschienen.


Die Sessions 2015 – Marcel Knöchelmann über Business Model Engineering, Disruptive Innovation, Change Management

Welche Themen erwarten euch dieses Jahr beim eBookCamp? Sessions und Sessionleiter stellen wir sukzessive hier im Blog vor.

Business Model Engineering, Disruptive Innovation, Change Management: Vom Buzzword zum praktischen Ansatz

Disruption bedeutet Wandel, stetiger Neuanfang, Loslösen von Gewohntem. Plötzlich steht das halbe Unternehmen vor größter Ungewissheit. Start-ups wie auch Wissenschaftler haben zahlreiche Modelle entwickelt, die Innovationsmanagement und Business Development strukturieren. Modelle, die Beteiligten eine gemeinsame Sprache geben und Ideen auf das fokussieren, das für eine gute Entwicklung wichtig ist. Sind es Start-up-Tools? Nein, denn nutzen kann sie jeder. In Zeiten der Disruption helfen sie, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und so Effizienz zu schaffen.

In der Session wird es einen Überblick über einige Modelle geben und sodann die Aufgabe, Ideen zu Geschäftsmodellen auszubauen und beim Machen zu lernen, worauf es ankommt. Eine Spurensuche für angehende Intrapreneure.

Marcel Knöchelmann

Marcel Knöchelmann © Privat

Marcel Knöchelmann studiert am University College London und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Academic Book of the Future Project. Zuvor hat er Verlagswirtschaft studiert und in Praktika, Start-up-Projekten und Seminaren an neuen Geschäftsmodellen gearbeitet. Er ist Mitglied im Start-up-Netzwerk und schreibt auf LePublikateur.de über Open Access, Innovation und Strategien der Medienbranche.


Die Sessions 2015 – Karl von Wendt mit der Frage: Gedruckt? Digital? Warum nicht beides?

Welche Themen erwarten euch dieses Jahr beim eBookCamp? Sessions und Sessionleiter stellen wir sukzessive hier im Blog vor.

Gedruckt? Digital? Warum nicht beides?

Leser müssen sich heute entscheiden, ob sie ein Buch gedruckt oder digital kaufen. Warum eigentlich? Karl von Wendt möchte gern diskutieren, wie man gedrucktes Buch und E-Book besser miteinander verknüpfen kann. Denn die Marktforschung zeigt, dass viele Leser am liebsten beides wollen. Und auch aus Sicht von Verlagen und Buchhändlern bietet die Kombination große Vorteile. Ansätze dafür gibt es genug: Von „Augmented Reading“ über „E-Book Inside“  und den Ansatz des kanadischen Start-ups Bitlit bis zu „Papego“, einer neuen App, die Karl von Wendt zurzeit in einem eigenen Start-up entwickelt und die bis zum eBookCamp in einer Betaversion vorliegen wird. In der Session wird er einige Fakten zur Rechtslage, zum Markt und den Kundenwünschen präsentieren und die neuste Version der Papego-App vorführen. Doch dies wird keine reine Präsentations-Session: Welche Chancen und Risiken in diesem Ansatz der Verknüpfung zweier gegensätzlicher Welten liegen, möchte Karl von Wendt gern ergebnisoffen mit den Teilnehmern diskutieren und dabei möglichst viele unterschiedliche Sichtweisen kennenlernen.

Dr. Karl-Ludwig von Wendt

Dr. Karl-Ludwig von Wendt © privat

Dr. Karl-Ludwig von Wendt ist mehrfacher Unternehmensgründer und beschäftigt sich als Unternehmer, Berater, Trainer und Vortragsredner mit dem digitalen Umbruch im Handel und in den Medien. Unter dem Pseudonym „Karl Olsberg“ hat er zudem über 20 Thriller und Jugendbücher veröffentlicht, darunter mehrere Bestseller. Dabei veröffentlicht er als „Hybridautor“ sowohl in renommierten Verlagen als auch im Selfpublishing. Seit Frühjahr 2015 entwickelt von Wendt mit einem kleinen Team die Papego-App, die es ermöglicht, gedruckte Bücher durch einfaches Scannen der zuletzt gelesenen Seite auf Smartphones und Tablets mobil weiterzulesen.


Paten für die Sessions

Das eBookCamp am 7. November 2015 hält zwölf Sessions für euch bereit. Wie das Schicksal es aber will, kann jeder Teilnehmer nur vier von ihnen besuchen. Das wurmt Jahr für Jahr viele eBookCamper. Deshalb gibt es seit 2013  für jede Session einen Sessionpaten. Die Aufgabe der Paten ist es, die Inhalte der Session schriftlich zusammenzufassen. Die Texte stellen wir anschließend auf unseren Blog, sodass alle, die nicht dabei waren, dennoch nichts verpassen müssen.

Belohnt wird das, neben der Chance, sich veröffentlicht zu sehen, und der Möglichkeit zum eigenen Blog zu verlinken, mit einem kleinen Präsent. Meldet euch gern vorab für eure Lieblingssession. Welche Sessions es geben wird, sehr ihr hier. Aber ihr könnt euch auch spontan vor Ort beim Camp selbst melden. Wir werden keine Ruhe geben, bis jede Session ihren Paten gefunden hat.

Schreibt eure Wünsche zur Patenschaft an eBookCamp@gmail.com. Wir freuen uns auf eure Beiträge!


eBookCamp Hamburg 2015: Das sind unsere Sessions

Abschlussbild beim vierten eBookCamp Hamburg 2014 (c) Chris Campe

Das waren unsere Sessionleiter im vergangenen Jahr – und dieses Jahr werden es noch mehr! (c) Chris Campe

Das gab’s ja noch nie! Wir mussten vor euren vielen großartigen Sessioneinreichungen kapitulieren. Nein, nein, keine Angst, das heißt nicht, dass wir das eBookCamp wegen zu viel Input absagen! Im Gegenteil: Um all die spannenden Themen unterzubringen, haben wir beschlossen, dieses Jahr zwölf statt neun Sessions anzubieten. Und die stellen wir euch hier vor!

Rein organisatorisch bedeutet die größere Zahl an Sessions: Ihr habt mehr Auswahl und verpasst weniger von den Themen, die euch interessieren. Das ist sozusagen unser Geschenk an euch zum fünfjährigen eBookCamp-Jubiläum! Damit zeitlich alles passt, wird es vier Slots geben, in denen wie gehabt jeweils drei Sessions parallel laufen. Einziger Wermutstropfen: Wir müssen 10 Minuten von der Sessionzeit abknapsen. Die Sessions werden also nur 50 Minuten statt, wie bisher, 1 Stunde dauern. Aber bei den vielen interessanten Themen ist das sicher leicht zu verschmerzen.

Und noch eine Neuerung haben wir in diesem Jahr für euch: Als Einführung in unser Schwerpunktthema „Disrupt eBookCamp“ wird es diesmal sogar eine Keynote-Speech geben. Marcel Knöchelmann kommt dafür eigens aus London angereist. Ihr dürft gespannt sein.

Und nun wird es spannend! Hier kommen die Themen des eBookCamps Hamburg 2015:

Schwerpunkt „Disrupt eBookCamp“

Mit unserem Schwerpunktthema „Disruption“ werfen wir einen Blick auf die Player, die den Buchmarkt von außen her umkrempeln, und wollen herausfinden, wie sich die Branche deren Ideen zunutze machen kann. Und wir fragen: Kann es etwas Besseres als das eBookCamp geben?

  • Keynote von Marcel Knöchelmann: Disruptive Innovation: Die Mär vom Kundenfokus und der Suche nach dem richtigen Verlagsprodukt
    Was verbirgt sich hinter dem Buzzword „Disruptive Innovation“? Gewiss, eine Theorie, die die Verlagsszene seit einigen Jahren umtriebig macht. Doch warum ist Disruption so unvorhersehbar? Warum versagt gerade der unverstellte Kundenfokus, von dem so viele reden? Eine Einführung mit ungewissem Ausgang.

Sessions:

  • Marcel Knöchelmann: Business Model Engineering, Disruptive Innovation, Change Management: Vom Buzzword zum praktischen Ansatz.
    Disruption bedeutet Wandel, stetiger Neuanfang, Loslösen von Gewohntem. Plötzlich steht das halbe Unternehmen vor größter Ungewissheit. Doch ist das Unvorhersehbare unkalkulierbar? Was macht den Wandel so kompliziert? Und welche Methoden können in der Praxis hilfreich sein? Eine Spurensuche für angehende Intrapreneure.
  • Martina Steinröder: Into the future: die Publishing-Branche 2030
    Die Publishing-Branche steht erst am Beginn von durchgreifenden Veränderungen. Die Welt der Nutzer wird eine andere sein, digitaler, personalisierter, interaktiver –  aber auch die Welt der Medienanbieter, internationaler und spezialisierter zugleich. Wohin wird sich die Publishing-Branche entwickeln? Welche Player und welche Angebote dominieren den Markt von Morgen? Und welche Rolle spielen dabei die Nutzer und Kunden? In diesem Workshop wollen wir gemeinsam die Zukunft der Publishing-Branche erforschen und unterschiedliche Zukunftsszenarien diskutieren.
  • Jakob Jochmann: eprdctn: the indie book club. Eine gar nicht mal so hypothetische Fallstudie in Disruption
    Jakob Jochmann wird seine Session mit einem kurzen Theorieblock zu Digitalisierung und Disruption einleiten. Anschließend wird diskutiert, ob es sich bei E-Books überhaupt um eine disruptive Technologie handelt. Und was sind denn eigentlich disruptive Technologien für die Buchbranche? Gibt es Beispiele? Jakob Jochmanns Ansatz: Wir brauchen einen neuen Distributionskanal, der dank technischer Innovation billig ist und dadurch neue Käuferschichten gewinnt. Aber – wie muss eine Technologie aussehen, die so ein Modell befähigt?
  • eBookCamp-Team: Disrupt eBookCamp
    Zum fünften Mal eBookCamp – ein Format irgendwo zwischen Barcamp und herkömmlicher Konferenz. Eingepasst in einen Rahmen, der alle – vom Praktikanten bis zum Profi, vom alten Hasen bis zum Quereinsteiger – herzlich willkommen heißt. Ein Tag voll Raum und Zeit zum Netzwerken, Kontakte knüpfen und Themen spinnen. So ungefähr sehen wir uns. Und das ist gut so. Oder fehlt doch etwas? Sollten wir das Format ergänzen, erneuern oder gar erhalten? Was spricht die Konkurrenz? Gibt es zu viele ähnliche Veranstaltungen? Oder ergänzen sie sich gut? Der Blick in dieser Session soll nicht nur nach innen gewandt sein. Wir wollen uns auch anschauen, was andere auf die Beine stellen – wie zum Beispiel future!publish, Pub ’n‘ Pub, eBookCamp München. Wir, das eBookCamp-Team, und andere Netzwerker wie Michael Schneider freuen uns auf regen Austausch mit euch Teilnehmern. In dieser Session seid ihr aufgefordert: Disrupt eBookCamp!

Die weiteren Themen

Auch die anderen Sessions bieten viel Diskussionsstoff.

  • Steffen Meier: E-Book Quo Vadis? Von eNovels bis Flatrate, von Hanser Box bis Serial Box
    Digitales Lesen beim Friseur, Lese-Zeit statt Seitenzahl, Digitale Imprints, die wie Pilze aus dem Boden schießen, Autorennetzwerke, Verlage als Softwareanbieter, Crowdfunding und völlig neue Formen an Inhalten, beeinflusst durch die Kombination aus fortschreitender Technik und Inhalt: die Entwicklung im Bereich digitaler Literatur ist vielleicht nicht mehr so „laut“ wie vor einigen Jahren – aber stetig. Steffen Meier verschafft einen Überblick; in der anschließenden Diskussion geht es darum, welche Trends nur solche sind – aber wo sich auch fundamentale Änderungen abzeichnen.
  • Karla Paul: edel & electric. Oder: Wie gründet man einen Digitalverlag?
    Seit Anfang Oktober reckt ein Hirsch stolz sein Geweih in den Literaturhimmel – als Visual des neuen Hamburger Digitalverlags edel & eletric. Gemeinsam mit ihrem Team setzt Verlegerin Karla Paul mit Gründung dieses Digitalprojekts neue Impulse, wie wir digital schreiben, verkaufen und lesen. In ihrer Session wird das Team von der Gründung berichten und, die ersten Monate von edel & electric Revue passieren lassen.
  • Iris Kirberg/Andrea Kock: Abiturtrainer suchen, Work & Travel-Handbuch kaufen – mit erfolgreichem Content Marketing neue Leser erreichen
    Wie kann ein einzelner Titel aus der Masse hervorstechen? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um bei Suchanfragen ganz oben zu erscheinen? Welche Metadaten sind besonders wichtig und wie können diese möglichst effektiv eingesetzt werden? Fragen wie diese werden unter dem Schlagwort Discoverability schon länger heiß diskutiert. Wie im Online-Buchhandel neue Leser mit Hilfe von intelligentem Content Marketing erreicht und gewonnen werden können, zeigt dieser Workshop.
  • Kornelia Holzhausen, Susanne H. Schmitz: „PROJEKT MARILLE“ – Tracking in eBooks, ein Werkstattbericht
    Seit August läuft bei Piper das Tracking-Projekt „Marille“. Ziel dieses Pilotprojekts ist es, die Leser besser zu verstehen. Können wir sie früher in Entscheidungsprozesse (Budget, Platzierung etc.) mit einbeziehen? Mit den Teilnehmern wollen wir diskutieren, inwieweit die Datenlage statistisch ausgewertet werden kann, ob dieses Vorgehen zum programmierten Bestseller führen kann, ob datenschutzrechtliche Einwände entgegen stehen und vieles mehr.
  • Tina Giesler: Digitalliteratur neu gedacht. Ein Experiment
    Angenommen Literatur wäre wie Internet, dann würde es nicht reichen, Bestehendes zu konvertieren, man müsste Inhalte, Schreib- und Leseprozesse neu organisieren und eine Art literarisches Mikronetzwerk aufspannen. Wie das aussehen könnte, dazu hat Tina Giesler ein konkretes Anwendungsszenario namens „Dembelo“ entwickelt. In ihrer Session wird sie ihre Idee einer literarischen Webplattform, die auf nicht linear vernetzten Textknoten basiert, zur Diskussion stellen
  • Karl von Wendt: Gedruckt? Digital? Warum nicht beides?
    Viele Leser wollen sich nicht zwischen gedrucktem Buch und E-Book entscheiden müssen. In dieser Session werden Möglichkeiten diskutiert, Print und Digital sinnvoll zu kombinieren, unter anderem anhand einer neuentwickelten App, die gedrucktes und digitales Lesen verknüpft.
  • Sabine Landes: Alle mit ins Boot! – Die wichtige Rolle des Lektors für eine gelungene Digitalpublikation
    Wie kommt es dazu, dass nach wie vor häufig E-Book-Dateien in den Handel gelangen, die nicht auf dem Stand der Technik sind? Warum tun sich viele Verlage so schwer, einfache Qualitätsstandards zu setzen? Wie können Inhalt und Technologie besser zusammen gebracht werden? Welche Anforderung kommt dabei auf den Lektor zu? In der Session von Sabine Landes sind Erfahrungsaustausch und Brainstorming besserer Arbeitsabläufe geplant. Input der Teilnehmer ist unbedingt willkommen!
  • Caspar Armster und Anna Karina Birkenstock: Sparten vs. Vollsortiment: Chancen im Vertrieb von E-Books am Beispiel von Buchlichter.de
    Caspar Armster und Anna Karina Birkenstock möchten in ihrer Session einen Überblick darüber geben, wo die Vorteile einer Spartenbuchhandlung im Vergleich zum Vollsortiment liegen. Die Ergebnisse und Erfahrungen werden anschließend auf Onlineshops übertragen. Buchlichter.de soll hier als Beispiel dienen. Es wird unter anderem gezeigt, wie man sich von bisherigen Whitelabelshops abgrenzen kann, wie man das Know-how von Buchhändlern ins Internet bekommt, was die Vorteile am Vorgehen bei buchlichter.de sind, zum Beispiel Blogger einzubinden, was unter niedrigschwelliger Technologie zu verstehen ist und wie wichtig die Optimierung für mobile Geräte ist.

Die Vorfreude aufs Camp steigt immens angesichts dieser vielversprechenden Sessions. Alle genannten Sessions und die Speaker stellen wir euch bis zum Camp sukzessive noch ausführlicher hier im Blog vor.

Wer übrigens noch ein Ticket für das eBookCamp benötigt: die regulären Tickets sind seit Langem ausverkauft, aber es gibt noch Sponsorentickets.


Ohne Ticket zum eBookCamp? So geht’s!

So langsam wird’s kuschelig eng im großen Saal des betahauses, den wir am 7. November für euch reserviert haben. Die zweite Hälfte der regulären Tickets ist schon ausverkauft. Aber das war nicht die letzte Chance, dabei zu sein. Entweder ihr kauft eines unserer Sponsorentickets – oder ihr bereichert das eBookCamp mit einem ideellen Beitrag: Noch bis zum kommenden Montag, dem 28.9.,  läuft unser Call for Papers. Also nutzt das Wochenende und haut in die Tasten! Schreibt uns einen kurzen Text über das Thema, für das ihr brennt, und erzählt uns, wie ihr es den eBookCamp-Teilnehmern nahebringen wollt. Wir freuen uns auf weitere interessante Sessionideen rund ums digitale Publizieren und Lesen.