Sessionbericht: „Alle mit ins Boot! Die wichtige Rolle des Lektors für eine gelungene Digitalpublikation“

Ihr wollt wissen, was in den Sessions passiert ist, die ihr beim eBookCamp 2015 verpasst habt? Oder habt gleich das ganze Camp verpasst? Lest einfach hier nach! Wir veröffentlichen nach und nach die Eindrücke unserer Sessionpaten.

Sabine Landes: „Alle mit ins Boot! Die wichtige Rolle des Lektors für eine gelungene Digitalpublikation“

Sessionbericht der Sessionpatin Julia Reuter

Sabine Landes (c) Dennis Scholk

Sabine Landes
(c) Dennis Scholk

Sabine Landes arbeitet als Projektmanagerin Digital im Vertrieb bei Heyne.

Die These:

Je mehr der Lektor von Anfang an in den Prozess integriert ist, desto besser ist das Produkt, das am Ende herauskommt.

 

 

 

 

Was ist ein Lektor?

  • Hat Kontakt zum Produzent/zu den Produzenten des Texts, zumindest über eine Agentur > ist die Schnittstelle
  • Ist „am Text dran“, hat die Übersicht über die verschiedenen Stadien des Texts, auch wenn der Lektor nicht selbst lektoriert
  • Gibt den Text vor der Veröffentlichung frei
  • Muss den Titel in-house „verkaufen“ können, die anderen Abteilungen mit ins Boot holen
  • Wählt die Texte aus
  • Erstellt Texte für Vorschau, Klappen etc.

Die Ausgangssituation

  • Ein Verlag, der bereits Printbücher veröffentlicht hat und jetzt auch E-Books produziert
  • Textart: Unterhaltungsliteratur in Fließtext
  • Format: ePub 2

Anforderungen an eine gelungene E-Book-Produktion

  • Websites sind verlinkt (z.B. Verlagswebsite, Autorenwebsite)
  • Werkverzeichnis ist aktuell oder es wird darauf verlinkt (allerdings ist nicht jeder E-Reader internetfähig)
  • Keine Seitenverweise („Wie Sie auf S. 54 nachlesen können …“), sondern Links zu den entsprechenden Passagen
  • Barrierefrei > Bilder plus Ersatztexte, da man große Tabellen auf dem Smartphone nicht lesen kann
  • Material auf den Klappen/dem Umschlag (z.B. Stammbäume in historischen Romanen) müssen mit ins E-Book integriert werden

Was braucht der Lektor für den digitalen Prozess?

  • Neugier
  • Sollte selbst E-Books lesen
  • Sollte ein Lesegerät haben/benutzen
  • Sollte die eigenen E-Books auf dem Reader anschauen
  • Grundlegendes Problembewusstsein > es ist ein anderes Medium! (Bsp. Doppelseiten > im E-Book geht der Gesamteindruck einer Doppelseite verloren)
  • Grundkenntnisse über das Medium helfen auch bei der Kommunikation im Haus

Fazit:

  • Ziel ist, dass der Lektor Content-Experte wird, möglichst weitere Produkte anstößt und auf Zusatzcontent aufmerksam macht. Was hat der Autor sonst noch in der Schublade, was ist möglich, was könnte man den Shops exklusiv anbieten?
  • Gerade Herstellung und Lektorat müssen bei E-Books enger zusammenarbeiten.
  • Wichtig ist aber, dass Aufgaben und Zuständigkeiten klar kommuniziert werden!
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Sessionbericht: Sparten vs. Vollsortiment: Chancen im Vertrieb von E-Books am Beispiel von Buchlichter.de

Ihr wollt wissen, was in den Sessions passiert ist, die ihr beim eBookCamp 2015 verpasst habt? Oder habt gleich das ganze Camp verpasst? Lest einfach hier nach! Wir veröffentlichen nach und nach die Eindrücke unserer Sessionpaten.

Caspar Armster und Anna Karina Birkenstock: Sparten vs. Vollsortiment: Chancen im Vertrieb von E-Books am Beispiel von Buchlichter.de

Sessionbericht der Sessionpatin Oline Marxen:

Als Einführung stellten sich die beiden Moderatoren kurz vor.

Anna Karina Birkenstock ist Kinderbuchautorin und Illustratorin.

Casper Armster ist Filmset-Designer und digitaler Verleger.

Zum Team gehören ebenfalls noch Michael und Jürgen.

Die Session von den beiden Initiatoren von buchlichter.de (c) Jan Kermes

Die Session der beiden Initiatoren von buchlichter.de
(c) Jan Kermes

Anna Karina und Casper vertreten den Tilda Marleen Verlag GbR http://www.tildamarleen.com/de/ und haben sich während dieser Arbeit immer wieder die Frage gestellt, wie man gute und altersgerechte Kinder- und Jugendliteratur findet.

Die wichtiges Aussage bei der Sparte der Kinder- und Jugendliteratur ist die Tatsache, dass Kinder sich die Bücher selten selber aussuchen. Gerade für das jüngere Alter sind es die Eltern oder Großeltern, die die Bücher kaufen.

Wenn diese in ein Ladengeschäft gehen, gibt es eine extra Abteilung. Wie gestaltet sich dies aber im Internet?

Wie kann man den Buchhändler mit seiner Kompetenz und seinem Wissen in die digitale Welt bekommen?

Wie kann man E-Books auch für Kinder bereitstellen und sich somit der vielen Möglichkeiten der digitalen Welt bedienen?

Es gibt bereits einzelne Sparten im Internet, die sich auf bestimmte Literatur spezialisiert haben. Als Beispiele wurden minimose.de (als reiner E-Book Shop von Independent Verlagen) oder psychologiebuch.de genannt.

Eine weitere Entwicklung ist: buchlichter.de

Dies Projekt kann als Startup bezeichnet werden, welches viele Ideen miteinander vereint. Man möchte Eltern einen Online-Shop für Kinder- und Jugendliteratur bieten. Das Einkaufen und die Bereitstellung der E-Books soll so einfach sein wie ein Einkauf bei Zalando.

Jedes Buch wird anhand der Autoren und Rezensionen, welche selber oder von fachlich fundierten Netzwerkbloggern geschrieben werden, vorgestellt.

Es soll klar werden, dass hier Menschen Bücher für Menschen machen.  Für jeden Titel soll es auch einen Bezug zum Autor oder/ und Illustrator geben. Somit möchten sie gerne eine Beratung wie in einer Buchhandlung geben. Dafür richten sie ebenfalls einen Chat ein, um direkt den Kontakt zum Kunden zu haben.

Da derzeit E-Book-Reader bei Kinderbüchern keine Rolle spielen, sind alle Bücher browserbasiert. Man braucht nur ein browserfähiges Endgerät und kann dort lesen, hören und interaktiv mitmachen. Die Lesemöglichkeit gibt es also direkt auf der Seite und man braucht sich keine Gedanken über ein weiteres Programm machen. Alle Titel sind epub/epub3 mit einem fixed Layout. Es gibt kein hartes DRM und auch der geplante Download soll mit weichem oder ohne DRM angeboten werden.

 Der Shop basiert auf einem Qxid-System und ist derzeit noch nicht online zu erreichen. Man muss ein Kundenkonto anlegen und kann dort unterschiedliche Zahlungsarten wählen.

Natürlich gibt es bei dem Projekt noch Stolpersteine, denn die Regale müssen gefüllt werden. Da die gelieferten Metadaten nicht immer ausreichen, werden diese derzeit noch per Hand gepflegt bzw. überarbeitet. Der Wunsch ist, mit den Verlagen nicht nur Daten auszutauschen sondern die direkte Kommunikation aufzubauen…

Wie Kinder und Jugendliche dort einkaufen können wird derzeit noch geprüft. Man könnte hier mit einem Gutscheinsystem arbeiten oder mit der Möglichkeit, Bücher zu verschenken.

Eine „All you can read“ Flatrate wird es wohl nicht geben.

Perspektivisch könnte man sich auch vorstellen Hörbücher anzubieten. Viele weitere Ideen sind noch in der Entstehungsphase. Das Wichtige ist, immer in der Sparte zu denken.


Sessionbericht: edel & electric: Wie gründet man einen Digitalverlag?

Ihr wollt wissen, was in den Sessions passiert ist, die ihr beim eBookCamp 2015 verpasst habt? Oder habt gleich das ganze Camp verpasst? Lest einfach hier nach! Wir veröffentlichen nach und nach die Eindrücke unserer Sessionpaten.

Karla Paul
edel & electric. Oder: Wie gründet man einen Digitalverlag?

Sessionbericht der Session-Patin Julia Jochim

Karla Paul, edel & electric

Karla Paul, edel & electric

Karla Paul, seit Mai 2015 Verlegerin bei edel eBooks, referierte in dieser Session die vergangenen Monate, in denen sie neben der Weiterführung des vorhandenen Labels edel eBooks mit ihrem Team auch ein neues Digitallabel gegründet hat.

Das neue Label edel & electric grenzt sich deutlich vom bereits bestehenden Label „edel eBooks“ ab, wo bunte Unterhaltung geboten wird. Mit 750 lieferbaren Titeln zu günstigen Preisen wird eine breite Zielgruppe angesprochen, das Label konkurriert mit erfolgreichen Digitalverlagen wie z.B. dotbooks oder Lübbe.

„edel & electric“ wiederum verlegt ausgewählte Upmarket-Literatur im etwas höheren Preissegment von 4,99 € aufwärts. Verlegt werden Originalausgaben, die Förderung von Nachwuchsautoren ist ein Anliegen. Inhaltlich steht „edel & electric“ für „wild, politisch, konfliktbereit“, als Mitbewerber nennt Karla Paul z.B. „Heyne Hardcore“.

Das neue Label ist laut Karla Paul nicht nur ein Verlag, sondern ein Projekt, „denn wer weiß, ob Verlage überhaupt bleiben“ – das Projekt soll sich mit dem Markt mitbewegen und mitentwickeln. Das Ziel ist, frei und beweglich zu sein, „edel & wild“ ist das Selbstverständnis des Labels. Im Oktober sind vier Titel erschienen, weitere sollen im Dezember folgen.

Im Anschluss berichteten die einzelnen Mitarbeiter von Karla Pauls Team von ihrer täglichen Arbeit:

Projektmanager Christian Gogic ist verantwortlich für die Abwicklung der von Verlegerin Karla Paul ausgewählten Titel, von Kalkulation und Vertragsausstellung über Systempflege, Organisation von externen Lektoren und Korrektoren bis zu Konvertierung, Qualitätskontrolle und Auslieferung. Die Verwirklichung eines Titels ist laut Christian, wenn nötig, innerhalb von vier Wochen möglich.

Volontärin Mara Giese ist verantwortlich für Online-Marketing und Social Media, betreut die Verlagswebsite und den Verlags-Blog. Da die Website dynamisch sein sollte, entschied sich das Team für einen Blog, denn dieser ist als eigene Plattform im Gegensatz zu einem Facebookauftritt unabhängig und selbst bestimmbar: „In einem Blog kann der Verlag Expertenwissen deutlich machen“. Ziel ist es, zu informieren, einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen und Diskussionen anzustoßen. Es wird auf hohe Teilungs- und Verlinkungsraten gehofft. Eine wichtige Rolle spielt für Mara in diesem Zusammenhang SEO, damit der Blog auch gefunden wird. Ein Blog, so betonte sie, entsteht nicht nebenbei, sondern muss ein Arbeitsgebiet sein, für das Zeit zur Verfügung gestellt wird.

Presse- und Veranstaltungsfrau Laura Sonnefeld beschäftigt sich sowohl mit Marken- als auch mit Produkt-PR. Die Marken-PR spielte bei der Markteinführung eine große Rolle, da das neue Label für Kunden und Branche positioniert werden musste – es sollte bekannt werden als das Label, an das sich diejenigen wenden, die etwas Außergewöhnliches auf der Pfanne haben. Wichtig ist Laura die Verknüpfung von klassischer Pressearbeit und Social Media. Bei den Veranstaltungen müssen laut ihr neue Wege gegangen werden, da die typische „Wasserglaslesung“ mit Autor und Buch und Büchertisch für E-Books nicht sonderlich gut funktioniert. Geplant sind electric nights, ein neues Veranstaltungskonzept, in Kooperation mit ebooks.de.

Vertrieb- und Sales-Managerin Nadja Mortensen betreut alle wichtigen Key-Account-Shops, präsentiert und empfiehlt, und kümmert sich um Features auf den Startseiten, Promotions, Werbekostenzuschuss-Buchungen.


Sessionbericht: Abiturtrainer suchen, Work & Travel-Handbuch kaufen – mit erfolgreichem Content Marketing neue Leser erreichen

Ihr wollt wissen, was in den Sessions passiert ist, die ihr beim eBookCamp 2015 verpasst habt? Oder habt gleich das ganze Camp verpasst? Lest einfach hier nach! Wir veröffentlichen nach und nach die Eindrücke unserer Sessionpaten.

Jördis Beatrix Schulz verfasste als Sessionpatin den informativen Bericht zur Session von Iris Kirberg/Andrea Kock (BoD):

„Abiturtrainer suchen, Work & Travel-Handbuch kaufen – mit erfolgreichem Content Marketing neue Leser erreichen“

  • Wie kann ein einzelner Titel aus der Masse hervorstechen?
  • Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um bei Suchanfragen ganz oben zu erscheinen?
  • Welche Metadaten sind besonders wichtig und wie können diese möglichst effektiv eingesetzt werden?

Fragen wie diese werden unter dem Schlagwort Discoverability schon länger heiß diskutiert. Wie im Online-Buchhandel neue Leser mit Hilfe von intelligentem Content Marketing erreicht und gewonnen werden können, zeigt dieser Workshop.

Soweit die offizielle Einleitung zum Thema Metadaten und wie verkaufe ich mit Metadaten.

Iris Kirberg und Andrea Kock (BoD)

Die Session von Iris Kirberg und Andrea Kock (BoD)

Vor dem praktischen Teil wurden wir von Iris Kirberg und Andrea Kock in das Thema Metadaten eingeführt.

Kurz und knapp ging es durch die Fragen/Themen:

  • Wofür schreibe ich meine Inhalte (für den Leser)?
  • Was habe ich für eine Zielgruppe?
  • Wofür interessiert sich meine Zielgruppe?
  • Welche Suche nutzt mein Leser?
  • Wie verbreite ich diese Suche mit meinen Metadaten?

Als Beispiel wurde uns das Buch Australien Work and Travel von Hannah Sommer vorgelegt. Dieses Buch hilft Abiturienten beim Start in das Work-and-Travel-Jahr, wenn es nach Australien gehen soll. Aber die Zielgruppe sind nicht nur die Abiturienten, sondern auch ihre Eltern. Dies sollte man bei der Auswahl der Metadaten nicht außer Acht lassen.

Themen wie Abitur, Lernen, Reisen, Erwachsenwerden gehören zu dem o.g. Buch ebenfalls dazu.

Der nächste Stepp wäre, sich Gedanken zu machen, welche Keywords benötige ich im Titel und was kommt genau in welchen Shops an.

Das Beispiel Thermomix wurde uns im Detail vorgestellt. Bei der Langen Nacht der eBooks wurde eine Thermomix-Koch-Veranstaltung organisiert, und allen Kochinteressierten wurde das passende Buch vorgestellt. Was ist ein E-Book – wie liest sich das E-Book; und das dort vorgestellte E-Book „Thermomix frei Schnauze“ ist mittlerweile sehr erfolgreich.

Im Anschluss an die Einleitung wurden wir in drei Gruppen geteilt und jede Gruppe bekam einen Titel und sollte die Metadaten hierfür bestimmen.

Die Titel waren:

  • „Thermomix frei Schnauze“ von Petra Kunen
  • „Bloß keinen Stress“ von Susanne Edres
  • „Tod im Misthaufen“ von Fridolin Pferd.

Es entstand eine angeregte Diskussion innerhalb der Gruppen, die uns dann die Metadatenvorschläge präsentierten.

Die Gruppe um den Pferdekrimi war sich nicht ganz einig, worum es in diesem Buch ging, daher wurde auch stark über die Keywords diskutiert. Dass „Reiten“ und „Dressurreiten“ sichere Keywords sind, darüber waren sich alle einig. Ob „Sattelpflege“ und „Katzen“/“Tierkrimi“ starke Keywords sind, wurde angeregt diskutiert. Hier hilft nur testen, testen, testen – so die beiden Workshopleiterinnen.

Wie weit ein Thema greifen muss, wurde auch beim Buch Bloß keinen Stress diskutiert. Dieses Buch behandelt Kindergeburtstage, und ob „Trinkspiele“ hier ein passendes Zielgruppenkeyword ist, war sich nicht jeder in der Gruppe sicher. *J* Aber „Mottoparty“ und „Kinderspiele“ waren ganz sichere Keywords.

Das Fazit:

Einen guten Mix aus Metadaten aufbauen, testen, die Shops im Auge behalten und nicht auf die Uhr schauen, wie viel Zeit dies kostet, denn ein Erfolg braucht auch Einsatz und Engagement.

Zum Ende gab es noch eine kurze Diskussion, ob es Sinn macht, Produktnamen der Konkurrenz zu nutzen, und es gab den Hinweis, dass dies bei Amazon verboten sei.

Die durchschnittliche Menge der Keywords schwankt zwischen fünf und zehn ­– je nach Anbieter und Shop.

Die größte Unsicherheit besteht in der Tat in der Undurchsichtigkeit der Shops. Wie dort die Metadaten ausgelesen und verarbeitet werden, zeigt keiner der Shops öffentlich an, und hier bleibt nur der Weg des Ausprobierens und des Lernens.

 

 

 

 


Sessionbericht: Eine gar nicht mal so hypothetische Fallstudie in Disruption

Ihr wollt wissen, was in den Sessions passiert ist, die ihr beim eBookCamp 2015 verpasst habt? Oder habt gleich das ganze Camp verpasst? Lest einfach hier nach! Wir veröffentlichen nach und nach die Eindrücke unserer Sessionpaten.

Jakob Jochmann
eprdctn: the indie book club. Eine gar nicht mal so hypothetische Fallstudie in Disruption

Sessionbericht des Session-Paten Georg Buss

Jakob Jochmann beim eBookCamp 2015

Jakob Jochmann stellt beim eBookCamp seine Session vor.

Die gut besuchte Session begann wie angekündigt mit einem Theorie-Teil, der in die Frage mündete, wie Disruption zu definieren sei. Die kniffelige Abgrenzung von Disruption und Innovation zog sich wie ein roter Faden durch die Session.

  1. Definition

Disruption will erklären, wie ressourcenschwache Unternehmen von unten die großen überholen können. Wie ist es Startups möglich, den nötigen Marktzugang zu bekommen?

Drei Voraussetzungen für gelungene Disruption v.a. von Unternehmen mit geringen Ressourcen:
1. Der Markt ist für Etablierte nicht interessant genug, z.B. wegen geringer Margen. Oder die Verteidigung der Marktposition ist aus diesen Gründen nicht attraktiv. Es können Kunden erreicht werden, die bisher nicht bedient wurden.
2. Das Geschäftsmodell muss neuartig sein und Gewinn abwerfen, ich muss damit Geld verdienen können.
3. Es muss eine neue und gleichzeitig verbesserungsfähige Technologie eingeführt werden, die dem Disruptor gehören muss.

  1. Diskussion

Daran schloss sich eine lebhafte, in den Details kontroverse Diskussion an. Anschaulich wurde der Gegenstand an den konkreten Beispielen.

Ist Car Sharing disruptiv? Ein neues Kundensegment wurde erschlossen – aber auch große Player sind dabei. Kann man dann noch von Disruption sprechen?

Disruption in der Buchbranche: Gibt es überhaupt Beispiele dafür? Ja, die Einführung des Taschenbuchs wäre ein gutes Beispiel (Anm.: Auch hier große Player im Spiel – zumindest im Rahmen der Branche). Einhelligkeit bestand darin, dass das E-Book keine Disruption darstellt, da keine neuen Leser gewonnen werden, sondern vielmehr Substitution zum Taschenbuch stattfindet. Aber Selfpublisher und besonders Gratisliteratur für Browser-Leser (Comics, Fan Fiction, Wattpad) sind relevante Beispiele für Disruption. Diese Angebote werden von den Verlagen nicht aufgenommen. Das Besondere ist zudem, dass hier keine Produkte verkauft werden, sondern eher Prozesse.
Statt Disruptions-Sprüngen ist Sustaining Innovation im Buchhandel häufig, also die Weiterentwicklung von bereits Bewährtem .

Über weitere Beispiele wurde diskutiert: Uber und Tesla. Beide galten unter den Teilnehmern nicht als disruptiv. Was aber dann? Eher Computer-Hardware oder noch viel mehr die Software, die sich enorm schnell entwickelt und enorm schnell arbeitet. Definition von Innovation = hebt Beschränkungen auf. Z.B. Software als Service, die Arbeitszeit ersetzt und billiger ist. Wann beginnt aber die Disruption? Beispiel Readbox: Das Unternehmen entwickelt sich weg vom Auslieferungsservice, hin zum Softwareentwickler. Ist das nun disruptiv oder einfach nur alternativlos?

Diskussion über Open Source: Open Source hat den Vorteil der Verbesserung durch Mitentwickler. Closed Source ist dagegen oft zu statisch. Open Source hilft eigene Ressourcen zu sparen und die eigene, neuartige Idee zu transportieren bzw. zu entwickeln. Disruption wurde noch einmal in anderen Worten definiert, nämlich als Chance, den Vorsprung der großen Player aufzuholen. Dafür wiederum sei Open Source alleine nicht mächtig genug.

Beispiel von Jakob Jochmann: Ein virtueller Bauchladen. Lediglich zwei E-Mail-Adressen sind nötig: von Verkäufer und Käufer. Das Produkt, hier das E-Book „Treasure Island“, konnte ohne Anlage eines Benutzerkontos erworben werden. Der Bezahlvorgang blieb bei der Simulation ausgespart. Das Beispiel sollte veranschaulichen, wie auf Basis einer primitiven Website, hinter der lediglich eine Excel-Tabelle steckt, ein Geschäftsmodell gestartet werden kann und Entwicklergelder eingetrieben werden können. Die Website wurden übrigens mit Open Source Technologie entwickelt. Ist das nun disruptiv? Ja, und zwar wenn neue Kunden, die das Produkt sonst nicht gekauft hätten, gewonnen werden konnten.

Aller Anfang sei einfach, z.B. durch den Versand von Literatur per E-Mail ein neues Geschäft starten. Eine wahrscheinlich immerwährende Frage: Wie kann die Sichtbarkeit für neue Ideen geschaffen werden? Wie findet die Verbreitung statt ohne die großen Spieler? Sind Handelssparten (vgl. Session der „Buchlichter“) eine Lösung? Damit schloss sich der Kreis zum Anfang, wo ja bereits auf die Schwierigkeit des Marktzugangs hingewiesen wurde.

Abschließend wurde konstatiert, dass klare Beispiele für Disruption in der Buchbranche schwer zu finden sind.

Hinweis zur Vertiefung: 30 Minuten Interview mit einem der Autoren der Theorie.

http://a16z.com/2015/10/28/what-disruption-theory-is-and-isnt/

Ruhm, Ehre und jede Menge Karmapunkte: Wir danken Georg Buss sehr herzlich für die Zusammenfassung der Session!


Disruption? Retrospektion! Unsere Bildergalerie!

Es gibt Bilder! Mehr als diese Auswahl bietet euch übrigens unser Flickr-Fotoalbum, schaut mal rüber! Und auch beim Börsenblatt gibt es eine schöne Bildergalerie des letzten eBookCamp vom 7. November 2015 in Hamburg.


Das eBookCamp 2015 ist vorbei. Der Dank ist groß

eBookCamp 2015Das fünfte eBookCamp 2015 ist vorbei. Viel zu schnell ging der Tag herum. Aber reich war er, der Tag:

Reich an großartigen Teilnehmern! Und damit möchten wir unseren ersten Dank loswerden: Ihr habt wieder eine ganz großartige Atmosphäre ins betahaus getragen. Und ihr seid es auch, die die Stimmung so reichhaltig nach außen getragen habt! Wie war das noch gleich? #ebookCamp auf Platz vier der Twitter Trending Topics?

Reich war der Tag auch an tollen Inhalten. Die haben wir den Sessionleitern unserer zwölf Sessions zu verdanken: Marcel Knöchelmann, Martina Steinröder, Jakob Jochmann, Steffen Meier, Karla Paul, Laura Sonnefeld, Nadja Mortensen, Christian Gogic, Mara Giese, Iris Kirberg, Andrea Kock, Kornelia Holzhausen, Susanne H. Schmitz, Tina Giesler, Karl von Wendt, Sabine Landes, Caspar Armster und Anna Karina Birkenstock. Die Köpfe haben in den Sessions geraucht – wir haben es gesehen. Angenehm angeregt kamen die Teilnehmer aus den Sessions heraus.

Reich war das diesjährige eBookCamp auch an Sponsoren. Wir danken edel, dem AKEP, Murmann, Bastei Lübbe, Carlsen, readbox und BoD, die uns neben dem Ablauf in gewohnter Manier das eine oder andere Special zum Fünfjährigen ermöglicht haben! Zu den Sponsoren gehörten in diesem Jahr auch die Käufer der Sponsor-Tickets, u. a. Michaela Philippen, Vedat Demirdöven, Thorsten Barré und Heinzi Gosch – vielen Dank an Euch!

Reich beschenken mit Texten werden uns die zwölf Sessionpaten. Wir freuen uns schon darauf, Eure Berichte aus den Sessions hier demnächst veröffentlichen zu können, damit alle auch von den Sessions, bei denen sie nicht dabei waren, profitieren können.

Reich besetzt war der Tresen des betahauses mit den tollen Hosts. Euch danken wir für den reibungslosen Ablauf von früh bis spät. Überhaupt ein großes Dankeschön an das betahaus, insbesondere an Lars, Tina und Anne, dafür, dass wir das fünfte eBookCamp so entspannt mit euch planen und vorbereiten konnten.

Reich war der Tag an disruptivem Input. Für die thematische, inspirierende Einstimmung auf den Tag danken wir Marcel Knöchelmann.

Reich an wohlklingenden Beats und beweglichen Bildern war die Performance von wallpo.st – an dieser Stelle ein herzlicher Dank an Jan Krutisch und Benjamin Rabe

Reich war das Getränkeangebot im Kulturhaus III&70. Danke, dass wir gemeinsam mit euch Jubiläum feiern durften! Euch herzlichen Glückwunsch zum Zweijährigen. Und: 90’s electrified us!

Reich an unkomplizierter Zusammenarbeit waren die Vorbereitungen, zum Beispiel mit mikkels, dem Bonscheladen, elbgold, Gut Gedruckt, Stullenbauer, Chris Campe, dem Junius Verlag, der future!publish, …

Reich war der Tag an Zukunftsprognosen – ganz individuellen. Dafür danken wir der Kartenlegerin Kristine Lorenz, die auch zur Zukunft des eBookCamps eine Vorhersage parat hatte.

Stay electrified!

Euer Team des

eBookCamp 2015