Sessionbericht: Into the future: Die Publishing-Branche 2030

Ihr wollt wissen, was in den Sessions passiert ist, die ihr beim eBookCamp 2015 verpasst habt? Oder habt gleich das ganze Camp verpasst? Lest einfach hier nach! Wir veröffentlichen nach und nach die Eindrücke unserer Sessionpaten.

Martina Steinröder: Into the future: Die Publishing-Branche 2030

Bericht von Silke Niehusmann

Dr. Martina Steinröder

Dr. Martina Steinröder (c) eBookCamp

Martina Steinröder teilte ihre Session grob in zwei Phasen ein.

In der ersten stellte sie kurz die Theorie hinter dem 3 Horizonte Modell vor und fokussierte dann vom allgemeinen hin ins Buch-spezifischere. Am Ende demonstrierte sie die angewandte Kreativtechnik zur Erhöhung der Anschaulichkeit an einem Beispiel. Input und Fragen waren hier von Anfang an erwünscht.

In der zweiten Phase brach die Session in neun Gruppen von vier bis fünf Teilnehmern auseinander, welche in 20 min jeweils für einen klar umrissenen Untermarkt der Publishing Branche ein Szenario für 2030 entwickelten. Hiervon wurden dann drei Ergebnisse der gesamten Gruppe präsentiert.

Warum erstellt man ein 3 Horizonte Modell?

Einer der Hauptgründe ist, dass es Unternehmen gestattet, relevante Technologien und Marktsegmente mit Hilfe von Szenarien konzeptionell klarer zu umreißen. Hierbei können auch unterschiedlich gepolte Szenarien für das gleiche Segment erstellt werden, um am Ende ein Spektrum an möglichen Entwicklungssträngen vergleichen und optimiert nutzen zu können.

Uns interessierten in der Session natürlich vor allem die Auswirkungen, die bereits existierende und Break Through Technologien der nächsten Jahre auf die Buchbranche haben werden.

Somit arbeiteten wir uns entlang eines in die Zukunft gerichteten Zeitstrahls durch die einzelnen hintereinander gelagerten Horizonte. Während der erste Horizont das aktuelle Kerngeschäft beleuchtet, mit dem Verlage derzeit ihr Geld verdienen, bewegt sich der zweite Horizont im klassischen Planungsfeld von 2-5 Jahren. Hierbei liegt der Fokus auf einer fassbaren Zukunftsorientierung, welche sich der konkreten Produkt(weiter)entwicklung widmet.

Wir fokussierten uns jedoch auf den dritten Horizont: die Zeitspanne in 10-15 Jahren. Was wird am Markt passieren? Was wird uns wichtig sein? Was lassen Kunden aus Desinteresse links liegen? Sprich: Was müssen WIR tun, um dabei zu sein? In anderen Worten: um als Medienproduzierende/-schaffende nicht nur unseren Profit zu erhalten oder zu erhöhen, sondern auch unsere Profitabilität zu steigern und unsere Relevanz zu sichern.

Wie man bereits sehen kann, ist der Blickwinkel in jeder Zeitebene ein anderer. Wir bewegen uns weg vom Fokus auf das Geschäft hin zu einer produktorientierten Sichtweise, bevor wir zu einer perspektivischen Ansicht hinübertreten.

Welche Perspektiven sind von Relevanz für unser Modell?

Auch hier greifen wir die Fragestellung in mehreren Ebenen an. Einer unserer Pfeiler besteht aus einer Trendanalyse, welche vergangenheitsbezogen ist. Sie ist in der Hinsicht ein Grundpfeiler, dass sie uns zwar selber nichts über die Zukunft sagen kann, aber ein gutes Verständnis über Entwicklungszyklen und andere relevante Zahlengrößen geben kann. Sprich sie fungiert ähnlich einem Gradmesser, mit dem wir unsere Prognosen bezüglich ihrer Wahrscheinlichkeit testen können. Dies funktioniert gut für die Betrachtung von Trends, jedoch nicht für wirklich neue disruptive Elemente.

Die zweite Perspektive beschäftigt sich mit den Megatrends (gesellschaftl.), die sich um uns herum entfalten. So zum Beispiel die demographischen Entwicklungen (e.g. alternde Gesellschaft, höhere Interkulturalität).

Als dritter Aspekt stehen technologische Entwicklungen im Fokus, so z.B. 3D Drucker, aber auch Dinge, die man (noch) nicht vorhersehen oder konzipieren kann.

Wie gewichte ich die unterschiedlichen Einflussgrößen?

Hierauf schauten wir uns den dritten Aspekt genauer an. Es gibt immer eine große Anzahl an Entwicklungen und Trends, doch nicht alle sind von gleicher Relevanz. Zusammenfassend wurden die 10 Disruptions-Technologien, welche uns vorgestellt wurden, auch gleich in 3 Kategorien unterteilt: höchst relevant, relevant und von geringerem Einfluss.

höchst relevant (1):

  • mobil & vernetzt (Tech ist bereits angekommen!)
  • Cloud, Big Data (Umsetzungsphase hat begonnen)
  • AI

relevant (2):

  • Internet of Things (Smart Home, Smart Car)
  • Virtual Reality

weitere Technologien:

  • 3D Druck (hier war der Einwurf mehrerer Publikumsmitglieder, dass diese Tech in manchen Bereichen (z.B. Kinder, Genre ala Fantasy) auch als relevant eingestuft werden kann)
  • Nanotech (z.B. Chips, welche die Freisetzung von Medikamenten steuern)
  • Energie Techs (hauptsächlich industrielles Thema)
  • Roboter & Dronen (hauptsächlich industrielles Thema)
  • Genomics (Human Medizin Thema)

Als nächstes gewichten wir ebenfalls die Megatrends, die unser Leben beeinflussen:

höchst relevant (1):

  • Globalisierung (wer produziert wo, von wo sourcen wir, was wir konsumieren)
  • Demographie (Einflüsse wie Alter und kulturelle Zusammenhänge auf Inhalte, Medium und Formate)
  • Neues Lernen / Wissensgesellschaft (kontinuierliches Lernen)
  • Individualisierung (pseudo & real)

Weitere Megatrends:

  • Urbanisierung
  • Neoökologie

Self-Pulishing kann als, für die Publishing Industrie wichtiger, lokalisierter Trend hinzugenommen werden, der eng mit dem höchst relevanten Punkt ‚Individualisierung‘ verbunden ist.

Wie gehe ich nun weiter vor, um gezielter meine Faktoren zu gewichten?

Nachdem wir in beiden Bereichen potentiell wichtige Faktoren und Disruptionen ausgemacht hatten, bestand unser nächster Schritt darin, diese Einflussfaktoren genauerzu untersuchen. Um sich ein genaueres Bild zu verschaffen, wurde uns eine weitere Szenario Technik vorgestellt, welche es gestattet, aktive und passive Einflüsse zwischen den einzelnen Trends und Disruptionen aufzuzeigen, indem man sie über eine Matrix miteinander in Verbindung setzt.

Die ermittelten Aktiv- und Passivsummen gestatten es dann wiederum, die Aspekte in einem Vierfelder Systemgrid (aktiv, amivalent, puffernd und passiv) zu verorten. Während die Technologien und Trends im aktiven Quadranten hohes energetisches Potential aufweisen, benötigen gerade die im passiven Quadranten angesiedelten Elemente diese externe Energie, um ihr Potential entfalten zu können. Somit entstehen Wechselwirkungen und Beziehungen zwischen einzelnen Elementen.

Dieses Wissen erlaubte es uns nun, jeden der Einflussfaktoren in einer positivsten und einer negativsten Ausprägung zu umreißen. Die Realität wird, wie so oft, zwischen diesen Extremen liegen. Doch um diese geht es zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht. Es geht um „Was wäre wenn“, eine Öffnung gegenüber dem Möglichen. Nicht eine ultimative Wahrheit, sondern ein wenig Phantasie.

Basierend auf den erarbeiteten allgemeineren Szenarien gingen wir nun für eine Reihe der Trends genauer auf die spezifischeren Bedeutungen für die Publishing-Branche ein (siehe pdf-Präsentationsmappe der Session). Wir können nun aber diese Einschätzungen als Gage nutzen, um aktiv Weichen zu stellen, die in jene (Produkt-)Zukunft führen, die wir als relevant und profitabel einschätzen, und uns Handlungsfelder zu eröffnen.

Wissenschaftliches Lernen – Ein konkretes Beispiel

Zum Abschluss des Vortragsteiles bekamen wir die oben genannten Techniken noch anhand des Beispiels Wissenschaftliches Lernen demonstriert, bevor wir in die Gruppenarbeit entlassen wurden, um die vorgestellten Techniken an einem eigenen Szenario zu erproben.

Gruppenarbeitsergebnisse

Gruppe Segment Prognose
1  Belletristik – ‚One Device‘ ein Gerät für alles

– Monopolisten kontrollieren den Zugang zu diesen ‚One Device‘ Inferfaces

– Konzentrationsfähigkeit schwindet mit Auswirkung auf die ‚Longform‘

– ‚Buch-Lesen‘ nur noch als „Bio für den Kopf“ für intellektuelle Zielgruppe

– Kurze, fragmentierte Texte & Serien (Cliffhanger)

– Selfpublishing rulez! Verlage braucht niemand außer der „Bio-Nische“

– Literatur wird immer uniformer -> KI schreibt, keine Autoren!

– Wozu dient lesen überhaupt noch? Was ist Lesen?

2  Schulbuchverlag

(Mindmap)

– = Sind Multimediaunternehmen, die keine Printprodukte mehr herstellen

– Lehrer arbeiten dezentral

– Wissen wird generiert (Bsp. Aus Google) & Artificial Intelligence -> Wissen ist immer auf dem tagesaktuellen Stand

– Wissen wird unmittelbar erlebbar (Virtual Reality)

– Homeschooling & Internationale Vernetzung -> Materialien sind flexibel (z.B. Übersetzungen)

– Individualisierung, Materialien nach Wissensstand & Arbeitsvorlieben der Schüler

– Wissensstand der Schüler wird kontinuierlich verfolgt

3 Publikumsverlag Es findet eine Segmentierung statt
1) günstige bis für den Endkunden ‚gefühlt‘ kostenlose, Mainstream Produkte, dominiert durch Global Player in Verlags- und Self-Publishing Bereich
Inhaltlich dominieren nicht lineare, vernetzte Inhalte, welche über modulare – vom Kunden individuell zusammensetzbare – mediale Formate (+ Virtual Reality) und Interaktionslevel (Social Reading, Gamification etc.) in klaren durch Medien- & Technologiekonvergenzen bestimmte Konsumentenkanäle abgerufen werden. Der Leser wird in diesen interaktiven Bereichen zum Mit-Urheber und Weiterentwickler (dies wird als Pseudo Individualisierung gefeiert), Datenauswertung steht im Mittelpunkt der Contentschaffung, welche Bestseller nach Plan schaffen, um im Bereich der verengten Kaufentscheidungen durch Perfektion punkten zu können.
2) lokale und regionale Special Interest Nischenanbieter, die unabhängig oder in Produktionskooperationen (ko)operieren bieten Produkte im hohen bis höchst-preisigen Segment in streng limitierten Auflagen (Sammlerstücke mit Wert, TBs verschwunden). Diese Leser zelebrieren die Entschleunigung und Ästhetik eines schön gedruckten Buches
=> Brot & Spiele vs. eine Art neuer Mäzenen-Kultur
4  Kinderbuchverlage – Punk or Popper = echt oder Virtue

– Erleben von Inhalten mit allen Sinnen ohne traditionelle Medien (visuell, haptisch, olfaktorisch [Geruch], gemeinschaftlich [social node])

– evtl. Gegenbewegung zum „Alten“ (Vinyl, Natur = gedr. Buch)

5 Publikumsverlag – Ratgeber – virtuelle Rundgänge + Lehrer (Hologramme)

– KI / Smartes Feedback

– Expertenstatus / -begriffe erweitert sich -> Selbstoptimierung als Triebfeder

– Kampf zwischen Plattformen und aktuellsten, technischen Umsetzungen

6   Publikumsverlag  – B + C Produktionen nur nach Leser-Voting -> Lesermeinung wird wichtiger!

– Verlagsmarke wird schwächer <-> Autorenmarke wird stärker z.B. James Patterson

– Empfehlungsmarketing gewinnt an Bedeutung -> Bestseller werden gemacht

– Automatische Generierung von Inhalten durch Parameter des Lesers -> KI-generated content

– Rolle des Autors ändert sich

– Lager werden nicht benötigt (kein Barsortiment) -> Print-on-Demand löst ab

– Verlagsarbeit wird technischer -> braucht man noch Lektoren? (QM durch KI)

– Content wird medienübergreifender (Buch, Spiel etc.)

– Nutzereinheiten verkürzen -> serielle Inhalte bleiben wichtig / wachsen an Bedeutung

– Inhalte Cloudbasiert -> Technologie wird anspruchsvoller = bequemer für Nutzer

– verlagsferne Unternehmen haben höheren Einfluss auf Content

 7  Kinderbuchverlag – Kinder besitzen und nutzen sehr früh Devices (WLAN-Schnuller)

– Produktangebot nimmt zu (individualisiert & personalisiert)

– Vernetzung der Branchen (Health & Bildung)

– Frühestmögliche Optimierung der Entwicklungschancen

– Markentreue leibt, Produktwelt wird allumfassend

– Monopolbildung

 8  Publikumsmarkt

(Mindmap)

– Nicht linear, über Formate hinweg

– Internationale, multilinguale Angebote

– Einnehmen einer Rolle innerhalb des Contents macht Lesen zum Event

– Open Access und Free Content

– Verlage stehen zwischen Technologie (physiolog. Daten für spezielle Angebote), Inhalten (Texte, individuelle Produzenten) & Dienstleistungen

– Revenue? Premiumprodukte, Events (Autor, Reenactment), Partizipation (VR Events)

 9  Nicht definiert

(Mindmap)

– Einfacher Zugang = sehr wichtig! + Nutzergetrieben; Leser/Kunde bestimmt mehr mit (Social Media Kanäle sehr wichtig!)

– Sehr viel Lesen & Vorlesen lassen, anders Lesen

– Lesen nicht mehr unbedingt Stellenwert vs. Lesen als Kernkompetenz mit neuem Stellenwert

– kleine exquisite Nische des ‚Alten‘ = Ruhezonen erforderlich

– Mainstream = eine Technologie?, immer mehr smarte Lösungen, Coden = neuer Stellenwert

– Technik muss Unterbrechungen zulassen

– Zugang ist anders

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Sessionbericht: Disrupt eBookCamp

Ihr wollt wissen, was in den Sessions passiert ist, die ihr beim eBookCamp 2015 verpasst habt? Oder habt gleich das ganze Camp verpasst? Lest einfach hier nach! Wir veröffentlichen nach und nach die Eindrücke unserer Sessionpaten.

eBookCamp-Team: Disrupt eBookCamp

Sessionbericht von Luise Schitteck

Los ging es mit einer kurzen Vorstellungsrunde der über einem Dutzend Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die dabei auch direkt äußern konnten, was sie am eBookCamp schätzen und was sie vermissen.

Auf der Haben-Seite fanden sich

  • Offenheit
    … einerseits der Veranstaltung für alle Interessenten und Interessentinnen
    … der Anwesenden untereinander
  • Netzwerkarbeit (erweitern, vertiefen, festigen, …)
  • Augenhöhe ( keine hierarchischen Strukturen, offener Austausch, „Jeder darf mal“ (eine Session einreichen, (gefühlt dumme oder tiefgehende) Fragen fragen, Wünsche undoder Kritik äußern,  was sagen, nichts sagen)
  • breites Themen-Spektrum
  • erschwinglich auch für knappe Budgets

Auf der Soll-Seite

  • die Suppe wurde ohne Brot serviert und es war nicht allen klar, dass man die Bambus-Suppenteller hätte mitessen können (und dass es deswegen ganz und gar unbedenklich war, dass sie sich während des Essens ein wenig aufgelöst haben).

Nach einer kurzen Einführung, in der es auch darum ging, wie anstrengend die Vorbereitungen für das eBookCamp für die ehrenamtlichen Organisatoren sind, gab Ute einen kurzen Überblick darüber, was sich in der Orga derartiger Events (allgemein) verändert hat. Darüber, dass vieles leichter geworden ist durch neue Tools, die die Vorbereitung unterstützen, und dass durch die sinkenden Schwellen die Veranstaltungen stärker ausdifferenziert sind. Dazu kommen neue Hybrid-Formate wie Periscope-Parties.

Carsten arbeitete sich dann durch eine kurze Wettberwerbs-Analyse vor zu der Frage „Wo steht das eBookCamp?“ im Vergleich zu anderen Branchenevents.

Im Vergleich mit Buchmessen, der AKEP-Jahrestagung, Pub’n’Pub, orbanism und der future!publish, braucht es da das eBookCamp? Die Beantwortung der Frage wurde dann ans Plenum gegeben und ein wenig nach hinten verschoben.

Andrea stellte weitere Fragen in den Raum. Wie lang kann ein Format wie das eBookCamp unverändert bestehen? Muss es verändert werden, soll es verändert werden? Oder gilt es gar, das geflügelte Wort zu beachten, „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist“?

Felix eröffnete an diesem Punkt die „offizielle“ Diskussion, indem er sich direkt an Matthias Voigt von der Agentur Literaturtest wandte, der Veranstalter der future!publish ist. Matthias sieht genügend Platz für das eBookCamp und die future!publish.
Nicht zuletzt habe die future!publish einen kommerziellen Hintergrund und wende sich eher an die Geschäftsführer-und Vertriebsebene. Es gebe Möglichkeiten zur Kooperation beider Events, wie es auch dieses Jahr schon praktiziert wurde: Unter den Sponsoren-Ticket-Käufern und-Käuferinnen des eBookCamp wurde ein Ticket für die future!publish verlost.
Zusätzlich sei das unter anderem vom BOEV Berlin-Brandenburg initiierte Event nicht ausschl. auf Digitales fokussiert, sondern widme sich auch analogen Themen, Verlagsprozessen, Agilität etc.

Michael Schneider ging dann auf die Unterschiede zu Branchenveranstaltungen wie der AKEP-Jahrestagung/den Buchtagen ein. Das eBookCamp decke eine Nische ab, weil es aus Eigeninitiative und ehrenamtlich veranstaltet werde. Diese Voraussetzung führte zu einem kollaborativen und partizipativen Charakter, der in der Verbandsarbeit manchmal schwerer falle.
Grundsätzlich könne man von Veranstaltungen wie dem eBookCamp, dessen Adaption in München ein Erfolg sei, einiges lernen.

Das Team des eBookCamp diskutiert, wie es mit dem Format weitergehen soll.

Das Team des eBookCamp diskutiert, wie es mit dem Format weitergehen soll.
(c) Kai Mühleck

Darauf stellte das eBook-Camp-Team die Frage, ob das eBookCamp größer, vielleicht auch kommerzieller werden muss.

Aus der Gruppe kamen dazu verschiedene Rückmeldungen, die aber alle den Tenor hatten, dass eine Vergrößerung nicht gewünscht ist:

  • Die Kommunikation ist bei einer kleineren Veranstaltung direkter, das gesamte Gefüge agiler
  • Eine Vergrößerung würde zu einer Art „eBook re:publica“ führen
  • Größer = anonymer
  • Statt „größer“ lieber noch kollaborativer, praktischer, „hands-on“

Vom Team kam Frage, ob es eine Möglichkeit sein könnte, Projekte mit Vorlauf zu starten und dann beim eBookCamp auszuwerten. Die Rückmeldung hierauf war eher verhalten, stattdessen kam die Gegenfrage, ob dem Team ganz konkret Unterstützung fehle.
Offensichtlich (und sehr nachvollziehbar) stellt es einen großen Kraftakt dar, das eBookCamp neben Job und Familie ehrenamtlich auszurichten. Hilfe in jedweder Form ist immer erwünscht und das Team freut sich über Angebote.
Die Diskussion war herrlich konstruktiv und erbrachte Folgendes:

  • Die hohe Attraktivität für „Einsteiger“ wird erhalten, indem das Themenspektrum breit gehalten wird
  • Teilnehmer und Teilnehmerinnen schätzen das hohe Niveau der Diskussionen und Begegnungen, das dank der großen Beteiligung „operativer Contentarbeiter“ (Wisst Ihr, was ich meine?) zustande kommt
  • Vielleicht kann man vor-oder nachgeschaltet ein „Toolcamp“ anbieten, indem Workshops zu bestimmten Themen stattfinden (Lieblingsbildbearbeitung zeigen, EPUB erstellen, o.ä.)
  • Einen der Slots in Zusammenarbeit mit einer Hochschule füllen, um Forschungsprojekte einzubringen und zeitgleich den Studierenden Input aus der Praxis zu geben
  • Die Erweiterung von 9 auf 12 Slots wurde von der Mehrheit positiv bewertet.
  • Es wurde mehrfach der Wunsch geäußert, wenigstens einen „klassischen“ Barcamp-Slot anzubieten, bei dem erst bei der Veranstaltung Sessions vorgestellt werden und Teilnehmer und Teilnehmerinnen abstimmen, welche Session stattfinden soll.
  • Die Themen des eBookCamp wachsen mit den Themen der Branche

Wir waren uns in jedem Fall alle einig, dass das eBookCamp sich nicht tot gelaufen hat und dass wir es behalten wollen. So!

Um dem Team unter die Arme zu greifen, ist jede Form der Hilfe willkommen, Vorschläge gern per eMail. Auch gern genommen sind Ideen, welche Themen gerade besonders spannend sind, womit man sich befassen könnte/sollte.
Da sind wir alle gefragt.

Der Sessionbericht ist zuerst auf Luises Blog e-luise.de erschienen.


Sessionbericht: „PROJEKT MARILLE“ – Tracking in eBooks, ein Werkstattbericht

Ihr wollt wissen, was in den Sessions passiert ist, die ihr beim eBookCamp 2015 verpasst habt? Oder habt gleich das ganze Camp verpasst? Lest einfach hier nach! Wir veröffentlichen nach und nach die Eindrücke unserer Sessionpaten.

Kornelia Holzhausen, Susanne H. Schmitz: „PROJEKT MARILLE“ – Tracking in eBooks, ein Werkstattbericht

Bericht von Vedat Demirdöven

Kornelia und Susanne H. Schmitz

Kornelia Holzhausen (rechts) und Susanne H. Schmitz

Susanne Schmitz und Kornelia Holzhausen vom Piper Verlag präsentieren ihren „Werkstattbericht“ gleich in ihre ersten Session, im vollbesetzten Edel-Raum des Beta-Haus, das Gastgeber des 5. Jubiläums-Camp war.

Amazon, Apple, Google und Co. sammeln immense Datenmengen über Kunden, über deren Verhalten deren ihre Freunde, Vorlieben. Sie basteln daraus ihre Analysen, ziehen Rückschlüsse, schaffen neue Trends und betreiben gezielt Marketing. Verlage hingegen müssen sich auf ihr Bauchgefühl verlassen. Das läuft seit vielen Jahren sehr gut., aber dennoch fühlt es sich zuweilen ein wenig so an, als würde man sich mit einer kleinen LED-Taschenlampe durch den stockdunklen Wald bewegen. Wahrsager müsste man sein!

Piper versucht mit seinem aktuellem Trackingprojekt Marille, Licht ins Dunkle zu bringen, und bedient sich dabei der Technologie der englischen Firma Jellybooks, die den Verlagen selbst das Tracking von Leseverhalten ermöglicht, bereits Anfang 2015 wurde mit Random House UK ein erster Pilot durchgeführt und nun, seit dem 12.10.2015, also seit nicht mal 4 Wochen ist Piper mit den ersten eigenen Titeln am Start.

Wie es funktioniert und welche Einschränkungen das Projekt mit sich bringt zeigt die folgende Grafik

Jellybooks
Jellybooks
  • Zunächst müssen die Geräte ePub 3-fährig sein
  • Ein eingebettete Javascript-Software trackt (offline) das Leseverhalten und
  • Durch Anklicken eines Buttons am Ende eines jeden Kapitels durch den Leser, werden die Daten mit Jellybooks synchronisiert.

Der Jellybook-Pilot wurde bei Piper so aufgesetzt, dass es dem Vorab- oder Leseexemplar ähnlich ist und führt zunächst eine quantitative Auswertung durch und in einem zweiten Schritt erfolgt die qualitative Auswertung über einen Fragebogen.

Aber zunächst musste man in Arbeitsgruppen erst einmal Fragen erarbeiten, auf die der Verlkag Antworten aus dem Tracking gewinnen möchte.

Möglich Fragen die ein solches Leser-Tracking beantworten kann sind zum Beispiel:

  • Bleibt ein Titel Spitzentitel und bekommt maximales Marketing (Pre-screening)? Oder überzeugt ein anderer mehr?
  • Können wir durch das Sammeln von weiteren demographischen Daten unser Marketing etc. optimieren?
  • Gibt es Rückschlüsse für Autoren in Sachen Inhalt? Ist dies hilfreich? Oder führt das zum programmierten Bestseller?
  • Spricht das Cover meine Zielgruppe an?
  • Hat der Inhalt überzeugt? Der erste Teil wurde gut verkauft, aber haben die Leute wirklich gelesen? Hat der Autor eine loyale Leserschaft?
  • Können Leserdaten ein KPI (key performance indicator) sein, wenn Lizenzen gekauft oder verkauft werden?
  • Möchte man Endkundenadressen oder Buchhändlermeinungen erfassen?
  • etc

Was kann gemessen werden?

  • Qualitativ: Beim einzelnen Leser z.B. „Wann hört er auf zu lesen?“ oder „Wann fängt er an zu überblättern?“
  • Quantitativ: Leser gesamt, z.B. Geschlecht, Alter, wie viele Leser lesen zu Ende (prozentual gut/schlecht)?
  • Gibt es inhaltliche Hürden, die zum Abbruch führen? …
  • Das Pre-screening kann als Entscheidungshilfe für „Einschätzungen“ dienen (fürs Lektorat, Marketing, Lizenzabteilung…)

Das kleine FAQ des PIPER – Marille-Tracking Projekts:

  • Also absolut spannend, mit Tracking – bekommen Autoren Feedback, bspw wo der Leser abbricht
  • Mit dem Tracking durch Jellybooks kann Piper auch neue Autoren testen. In der Testphase laufen allerdings zunächst Titel bereitsetablierter Autoren
  • InBook-Marketing – Tracking kann auch Conversion im Buch messen, also ob der leser zu empfohlen Bücher konvertiert

Es ist kein Projekt von „Spinnern“, ein überzeugender Werkstattbericht, der von den Anwesenden sofort mit dem Wunsch hinterlegt wurde, dass Susanne Schmitz und Kornelia Holzhausen beim nächsten eBookCamp von den Ergebnissen berichten möchten und es wurden spontan vom den Teilnehmern weitere Beispiel eingebracht für andere denkbare Anwendungsfälle, die sich durch die technischen Möglichkeiten von Jellybooks ergeben und Verlagen zukünftig Antworten liefern können.

Es ist ein Projektprojekt, – es geht in die richtige Richtung – weg von der „Datenhoheit & -Abhängig“ der Datenkrallen, hin zu Dinge-selbst-in-die-Hand-nehmen-und-verstehen …  

Der Sessionbericht ist zuerst auf Vedat Demirdövens Blog erschienen.


Die Sessions 2015 – Marcel Knöchelmann über Business Model Engineering, Disruptive Innovation, Change Management

Welche Themen erwarten euch dieses Jahr beim eBookCamp? Sessions und Sessionleiter stellen wir sukzessive hier im Blog vor.

Business Model Engineering, Disruptive Innovation, Change Management: Vom Buzzword zum praktischen Ansatz

Disruption bedeutet Wandel, stetiger Neuanfang, Loslösen von Gewohntem. Plötzlich steht das halbe Unternehmen vor größter Ungewissheit. Start-ups wie auch Wissenschaftler haben zahlreiche Modelle entwickelt, die Innovationsmanagement und Business Development strukturieren. Modelle, die Beteiligten eine gemeinsame Sprache geben und Ideen auf das fokussieren, das für eine gute Entwicklung wichtig ist. Sind es Start-up-Tools? Nein, denn nutzen kann sie jeder. In Zeiten der Disruption helfen sie, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und so Effizienz zu schaffen.

In der Session wird es einen Überblick über einige Modelle geben und sodann die Aufgabe, Ideen zu Geschäftsmodellen auszubauen und beim Machen zu lernen, worauf es ankommt. Eine Spurensuche für angehende Intrapreneure.

Marcel Knöchelmann

Marcel Knöchelmann © Privat

Marcel Knöchelmann studiert am University College London und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Academic Book of the Future Project. Zuvor hat er Verlagswirtschaft studiert und in Praktika, Start-up-Projekten und Seminaren an neuen Geschäftsmodellen gearbeitet. Er ist Mitglied im Start-up-Netzwerk und schreibt auf LePublikateur.de über Open Access, Innovation und Strategien der Medienbranche.


Die Sessions 2015 – Karl von Wendt mit der Frage: Gedruckt? Digital? Warum nicht beides?

Welche Themen erwarten euch dieses Jahr beim eBookCamp? Sessions und Sessionleiter stellen wir sukzessive hier im Blog vor.

Gedruckt? Digital? Warum nicht beides?

Leser müssen sich heute entscheiden, ob sie ein Buch gedruckt oder digital kaufen. Warum eigentlich? Karl von Wendt möchte gern diskutieren, wie man gedrucktes Buch und E-Book besser miteinander verknüpfen kann. Denn die Marktforschung zeigt, dass viele Leser am liebsten beides wollen. Und auch aus Sicht von Verlagen und Buchhändlern bietet die Kombination große Vorteile. Ansätze dafür gibt es genug: Von „Augmented Reading“ über „E-Book Inside“  und den Ansatz des kanadischen Start-ups Bitlit bis zu „Papego“, einer neuen App, die Karl von Wendt zurzeit in einem eigenen Start-up entwickelt und die bis zum eBookCamp in einer Betaversion vorliegen wird. In der Session wird er einige Fakten zur Rechtslage, zum Markt und den Kundenwünschen präsentieren und die neuste Version der Papego-App vorführen. Doch dies wird keine reine Präsentations-Session: Welche Chancen und Risiken in diesem Ansatz der Verknüpfung zweier gegensätzlicher Welten liegen, möchte Karl von Wendt gern ergebnisoffen mit den Teilnehmern diskutieren und dabei möglichst viele unterschiedliche Sichtweisen kennenlernen.

Dr. Karl-Ludwig von Wendt

Dr. Karl-Ludwig von Wendt © privat

Dr. Karl-Ludwig von Wendt ist mehrfacher Unternehmensgründer und beschäftigt sich als Unternehmer, Berater, Trainer und Vortragsredner mit dem digitalen Umbruch im Handel und in den Medien. Unter dem Pseudonym „Karl Olsberg“ hat er zudem über 20 Thriller und Jugendbücher veröffentlicht, darunter mehrere Bestseller. Dabei veröffentlicht er als „Hybridautor“ sowohl in renommierten Verlagen als auch im Selfpublishing. Seit Frühjahr 2015 entwickelt von Wendt mit einem kleinen Team die Papego-App, die es ermöglicht, gedruckte Bücher durch einfaches Scannen der zuletzt gelesenen Seite auf Smartphones und Tablets mobil weiterzulesen.


Die Sessions 2015 – Steffen Meier mit „E-Book Quo Vadis? Von eNovels bis Flatrate, von Hanser Box bis Serial Box“

Welche Themen erwarten euch dieses Jahr beim eBookCamp? Sessions und Sessionleiter stellen wir sukzessive hier im Blog vor.

Digitales Lesen beim Friseur, Lese-Zeit statt Seitenzahl, Digitale Imprints, die wie Pilze aus dem Boden schießen, Autorennetzwerke, Verlage als Softwareanbieter, Crowdfunding und völlig neue Inhaltsformen, beeinflusst durch die Kombination aus fortschreitender Technik und Inhalt: Die Entwicklung im Bereich digitaler Literatur ist vielleicht nicht mehr so „laut“ wie vor einigen Jahren – aber stetig.

Im Rahmen der Session gibt Steffen Meier einen Überblick über den Stand der Dinge des elektronischen Publizierens in der Buchbranche und aktuelle Entwicklungen. In der anschließenden Diskussion soll es darum gehen, welche Trends nur solche sind – aber wo sich auch fundamentale Änderungen abzeichnen.

Steffen Meier © privat

Steffen Meier © privat

Steffen Meier: Ausbildung zum Verlagsbuchhändler bei den Ernst Klett Verlagen, Studium der Geschichtswissenschaft in Stuttgart. Danach Chefredakteur einer Stadtzeitung, freier Journalist, tätig in diversen Werbeagenturen und Systemhäusern. Über diverse hausinterne Stationen im Stuttgarter Fachverlag Eugen Ulmer seit der Jahrtausendwende Aufbau und Leitung des Verlagsbereichs Online. Schwerpunkte waren dabei neue digitale Geschäftsfelder, E-Publishing, E-Books, Mobile und Apps sowie Digitales Marketing und SocialMedia. Seit 2014 Leitung Produktinnovation und -Marketing bei readbox Publishing, einem Softwareanbieter für die Medienbranche.

Daneben ist Steffen innerhalb des AKEP (Arbeitskreis elektronisches Publizieren) des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels aktiv.

Zur Übersicht aller Sessions auf dem eBookCamp 2015 in Hamburg >


Sessionbericht: E-Books für Sehbehinderte

Ihr wollt wissen, was in den Sessions passiert ist, die ihr beim eBookCamp verpasst habt? Oder habt gleich das ganze Camp verpasst? Lest einfach hier nach! Wir veröffentlichen nach und nach die Eindrücke unserer fleißigen Sessionpaten.

Heinz Mehrlich: E-Books für Sehbehinderte

von Jördis B. Schulz

In dieser Session gab es einiges an politischen und rechtlichen Informationen und Angaben zu Institutionen, was zu viel gewesen wäre hier zu notieren. Dies kann man in der ggf. freigegebenen Präsentation nachlesen. Hier sei nur erwähnt, dass rechtlich für die Betroffenen die UN-Behindertenrechtskonventionen gelten und dass ein EU Accessibility Act in Planung ist.

Wichtig ist, dass es 1.5 Millionen Sehbehinderte gibt, deren Behinderungen bzw. Beeinträchtigungen derartig unterschiedlich sind, dass es schwierig ist, einen eindeutigen Lösungsansatz vorzugeben, da die Probleme des Lesens zu vielschichtig sind.

Interessant fand ich, dass E-Reader mit dem E-Ink-Display gar keine Rolle im Sehbehindertenbereich spielen. Die Kontraste und die Möglichkeiten sind zu gering. Wobei es eine Ausnahme gibt: den Pocketbook Touch Lux, der eine Vorlesefunktion beinhaltet, die bei einer normalen Alterssehbehinderung sehr hilfreich sein kann.

Heinz Mehrlich

Heinz Mehrlich zeigt bei seiner Sessionvorstellung, worum’s geht, © Ute Nöth

Dennoch sind die E-Reader eher eine Randbemerkung in der Session. Vielmehr geht es um die Funktionen von Apps und E-Books, die über Apps gelesen werden können. Es geht um Blickführung, Kontraste, Trennungsfehler und Blocksatz. Wer schon mal ein E-Book gelesen hat, dem sind auch falsche Trennungen aufgefallen oder ganze Absätze, die in Blocksatz sind und beim Vergrößern der Schrift zu unschönen Löchern im Text führen. Für einen „normal“ Sehenden ist es eine kleine Auffälligkeit, die ärgerlich ist aber nicht weiter stört. Für einen Menschen mit Sehbehinderungen können diese falschen Trennungen oder große Löcher im Text dazu führen, dass er dieses Buch nicht mehr lesen kann.

Was mir in dieser Session ganz stark bewusst wurde, ist, dass es gerade durchs E-Book eigentlich ein Medium gibt, welches ohne große, teure Hilfsmittel einen Beitrag dazu leisten sollte, dass Bücher grundsätzlich von jedem gelesen werden können; dass aber durch Kleinigkeiten die o. g. 1.5 Millionen Betroffenen doch davon ausgeschlossen werden.

Nicht immer kann der Hersteller dafür sorgen, dass ein E-Book für jeden zu lesen ist. Dafür müssten für alle Eventualitäten und auf allen vorhandenen Lesegeräten sehr aufwändige Tests gefahren werden, was einfach unrealistisch ist. Teilweise kann der Hersteller auch nicht beeinflussen, wie eine bestimmte Handhabung des Users mit dem jeweiligen Endgerät sich auf sein Produkt (das E-Book) auswirkt.

Dennoch gibt es Ansätze, die man verfolgen kann und die es sich lohnt zu verfolgen. Z. B. gibt es eine Leseapp für Lesebehinderte, die als Grundlage für eine gute Funktionsweise dienen kann. Kann dort ein E-Book gut gelesen werden, kann von Seiten des Verlages bei Anfragen darauf verwiesen werden. Diese App funktioniert aber nur für Bücher ohne DRM. DRM ist für Sehbehinderte somit diskriminierend. Während hingegen ein Wasserzeichen in der App funktioniert.

Weitere Probleme für Lesebehinderte sind z. B.:

  • Zu viele Schriften – wenn die Schriften in der Art wechseln und ein unruhiges Schriftbild entsteht, kann der Lesebehinderte die Informationen nicht mehr aufnehmen.
  • Farbumwandlungen – wenn bei dem Wechsel auf andere Farben z. B. die Kontraste nicht mehr stimmen. Denn die Größe der Schrift ist ggf. zweitrangig – auf den Kontrast kommt es an.
  • Falsche Umbrüche – führen dazu, dass der Lesefluss nicht funktioniert.
  • Große weiße Flächen – blenden den Sehbehinderten und er findet ggf. den nächsten Satz nicht mehr.

Lösungsansätze sind:

  • Skalierbare Schriften
  • Feine Abstufungen in den Schriften
  • Konzentration auf den Informationswert der Bücher als auf das Design
  • Gut lesbare Schriftarten
  • Besondere Eignung nach DIN 1450

Den Leitspruch von Heinz habe ich mir gemerkt: Sehbehinderte sind nicht blind – Sehbehinderte wollen sehen und lesen. Schließen wir 1.5 Millionen Leser nicht von unseren schönen Büchern aus!