Sessionbericht: „E-Book Quo Vadis“

Ihr wollt wissen, was in den Sessions passiert ist, die ihr beim eBookCamp 2015 verpasst habt? Oder habt gleich das ganze Camp verpasst? Lest einfach hier nach! Wir veröffentlichen nach und nach die Eindrücke unserer Sessionpaten.

Steffen Meier (c) privat

Steffen Meier
(c) privat

Steffen Meier: E-Book Quo Vadis? Von eNovels bis Flatrate, von Hanser Box bis Serial Box

Bericht von Sessionpatin Johanna Schaumann

Steffen Meier blickte in seiner Session auf die Veränderungen, Neuerungen oder Entwicklungen auf dem Ebookmarkt in den letzten 3 Jahren.

 

 

 

Sein Hauptaugenmerk ist dabei auf

  • Produktformen
  • Vertriebsformen
  • Mediennutzung
  • Prozesse in den Verlagen

gerichtet. Er kündigt 5 „Special-Guests“ mit Videobotschaften an.

1. Produktformen

Treiber für digitale Produktformen sind vor allem Hardware, Vertriebsplattformen, Markt/Kunde, Inhalte-Technologien (Enhancement), Responsive Content und Nutzergewohnheiten. 2012 sahen Ebooks in der Regel wie Printbücher aus, 2015 gibt es neuere, interessante und zielgruppengerechte Konzepte: z.B. Instagram Romane, Kurzgeschichten auf der Kleinanzeigenplattform Craigslist oder Kurzgeschichten auf Bons aus Automatendruckern etc.

ABER: Keines dieser neuen Konzepte hat die Reife für den Massenmarkt erreicht!

Weiterentwickelt wurden Konzepte im Bereich Social Reading und Socialwriting z.B. Wattpad oder „YourFry“ des Autors Stephen Fry und Penguin Books. Die Reichweite für die Produkte kann dabei entweder durch die Plattform oder Autor erreicht werden.

Die Hardware bestimmt immer mehr den Inhalt, z.B. „Books in Browsers“. Hier werden vor allem Webtechnologien genutzt und das W3C hat dieses Thema wieder aufgegriffen und stellt Standards auf. Als aktuelles Beispiel ist der Gewinner des Ebook-Awards 2015 Florian Schatzky vom Institut für digitales Lernen zu nennen.

Experimentiert wird im Kinderbuchbereich inzwischen umfangreicher mit Brückentechnologien wie Lesestift oder App, z. B. Leyo.

2. Vertriebsformen

Die Anzahl der Vertriebskanäle ist angestiegen und sie beeinflussen den Inhalt. Es gibt die klassischen Vertriebskanäle für den Verkauf der klassischen Ebooks. Epub3 hat zu wenig Vertriebskanäle um erfolgreich zu sein. 

Flatratemodelle wurden entwickelt, haben es aber noch schwer auf dem Markt.

Frisch auf dem Ebook-Markt ist „oolipo“ von Bastei Lübbe. Hier spricht man gerne von „Netflixierung von Content“ bzw. digitales Storytelling. Es ist eine klare, bewusste Abgrenzung zu dem klassischen Ebook.

Insgesamt hat der Kampf um die Aufmerksamkeit zugenommen.

Die Vielfalt der digitalen Touchpoints nimmt zu, von real existierenden Lösungen wie Wlan-Lösungen (Hanserboxspot) bis hin zu experimenten Lese- Kontaktlinsen.

3. Mediennutzung

Die Mediennutzung verändert sich ständig. Das „Lesen“ verändert sich, es ist nicht mehr in Beziehung zu Buch oder Verlagscontent, sondern es wird in der heutigen Zeit sehr viel auf unterschiedlichen Medien gelesen, auch Content, der nicht von Verlagen erstellt wird.

Stichworte sind hier „generation lesen“ versus „generation youtube“ oder „generation kodex“ versus „generation update“.

4. Prozesse in den Verlagen

Es gibt kaum Veränderungen, es werden definierte Produkte angeboten. Ein Wandel der Kette früher „Verlag – Content – Kunde“ zu „Verlag – Kunde – Content“. Die Veränderung ist systemimmanent, jedes Trägermedium ist ein Übergangsmedium.

Fazit

Nach dem Vortrag – der zum Nachdenken/Diskussion angeregt hat – gab es – zeitbedingt – eine kurze Diskussion zum Thema Produktentwicklung. Die Inhalte der Verlage haben sich kaum verändert, für neue Produktformen gibt es noch sehr viele technische Barrieren. Einigkeit besteht, dass die Bezahlprozesse einfacher und kundenfreundlicher werden müssen, das dürfte der nächste große Bigpoint für die Entwicklung sein.

In den Verlagen überwiegt der Wirtschaftlichkeitsgedanke und blockiert neue Produktformen, denn:

DIE ALTEN PRODUKTFORMEN FUNKTIONIEREN NOCH SEHR GUT- DIE NEUEN NOCH NICHT RICHTIG! => Warum dann eine Veränderung?

Videostatements

In den Vortrag eingestreut wurden Videostatements, die teilweise aus Zeitgründen gekürzt wurden oder ganz entfielen. Deswegen hier noch einmal in der Übersicht:

E-Book Quo Vadis? #ebookcamp 2015 Hamburg Videostatement: Florian Sochatzy 

E-Book Quo Vadis? #ebookcamp 2015 Hamburg Videostatement: Johannes Conrady COO 

E-Book Quo Vadis? #ebookcamp 2015 Hamburg Videostatement: Nikola Richter Mikrotext

E-Book Quo Vadis? #ebookcamp 2015 Hamburg Videostatement: Felix Sasaki 

E-Book Quo Vadis? #ebookcamp 2015 Hamburg Videostatement: Dominik Ziller, Verlagshaus Berlin

 

 

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Wir stellen vor: Unser Sponsor readbox publishing GmbH

Und ein weiteres Mal dürfen wir uns sehr freuen – readbox war so angetan vom 4. eBookCamp, sodass der 360-Grad-Publishing-Dienstlseister aus Dortmund auch dieses Jahr wieder mit als Unterstützer dabei sein wollte!

readbox publishing zählt zu den führenden deutschen, digitalen Auslieferungen und Servicedienstleistern rund um das E-Book-Publishing. Steffen Meier, seit Beginn an Teilnehmer und Sessionleiter bei den Hamburger eBookCamps und verantwortlich bei readbox für Produktinnovation- und Marketing, hat uns die „drei Fragen an unsere Sponsoren“ beantwortet. Herzlichen Dank!

Steffen Meier (c) privat

Steffen Meier            (c) privat

Warum sponsert readbox publishing GmbH das ebookcamp?

Die Hamburger Kollegen haben in den letzten Jahren einen mehr als tollen Job gemacht – einerseits Öffentlichkeit für neue digitale Produkt- und Erzählformen geschaffen, andererseits aber auch einen Netzwerkknoten etabliert, bei dem sich Interessierte, Betroffene, Rufer in der Wüste und Evangelisten, Technikverliebte und Inhalte-Erzeuger offen, kontrovers und ohne Standesunterschiede austauschen konnten. Das klingt heute zur Jubiläumsveranstaltung so selbstverständlich, war es aber zu Beginn keineswegs, das hat auch viel Mut und Weitsicht erfordert. Insofern ist unser Sponsoring auch ein kleines „Dankeschön“ und „Weiter so!“.

Du hast einen Wunsch frei – was würdest Du sofort in/an der Buchbranche ändern?

„Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten sich erfüllen“ heißt es ja so schön. Es wäre aber ein guter Anfang, wenn die Branche (wobei man immer mit Verallgemeinerungen vorsichtig sein muss) ihre unselige Neigung aufgeben würde, die eigene Seele an bedrucktes Papier zu binden. Sich von Hardwarebeschränkung zu lösen (und ein gedrucktes Buch ist nichts anderes als ein Stück Hardware) könnte sehr befreiend wirken.

Meinst Du die Buchbranche muss sich fundamental ändern um vor Disruption gefeit zu sein?

Disruption bedeutet im Schumpeterschen Sinne ja eher völlig normale, zwangsläufige Evolution der Wirtschaftssysteme. Insofern gibt es nur ein Mittel, mit Disruption, die sich sowieso nicht aufhalten läßt, umzugehen – Unternehmen müssen sich weiterentwickeln oder sich auf ein Nischendasein einstellen. Zudem erleben wir mit der Digitalisierung ja eine grundlegende Veränderung ganzer Gesellschaften, nicht nur schmaler Randbereiche wie der Buchbranche. Die Achterbahnfahrt hat gerade erst begonnen…

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Sessionbericht: DSDEBS oder Wie der Bad Cop zur Wischmaus wurde

Ihr wollt wissen, was in den Sessions passiert ist, die ihr beim eBookCamp verpasst habt? Oder habt gleich das ganze Camp verpasst? Lest einfach hier nach! Wir veröffentlichen nach und nach die Eindrücke unserer fleißigen Sessionpaten.

Steffen Meier und Vedat Demirdöven: Deutschland sucht den E-Book-Star. Eine Bestandsaufnahme

von Kai Wels (www.kaipiranha.de)

DSDEBS steht weder zur Wahl zum Jugendwort des Jahres 2014 noch ist es das neue Format eines privaten TV-Senders. Es ist vielmehr der Titel der Session von Vedat Demirdöven und Steffen Meier, die gemeinsam ihren Erfahrungsbericht als Jury-Mitglieder für den 1. Deutschen E-Book Award mit dem aufmerksamen Publikum teilten: Deutschland sucht den E-Book Star!

Steffen Meier hielt gleich zu Beginn fest, dass die Arbeit als Jury-Mitglied „echt anstrengend“ gewesen sei. Kein Wunder, schließlich musste aus 62 Einreichungen die Spreu vom Weizen getrennt werden, bei dem der selbsternannte Bad Cop Meier auch die durchaus deutlichen Qualitätsunterschiede der E-Books erläuterte. Für den Award durften nicht nur Verlage ihre Produkte vorstellen, sondern auch Self-Publisher und andere Unternehmen. In den zwei Kategorien Enhanced E-Books und Apps musste die Jury also erstmal bestimmte Kriterien definieren, um eine Vergleichbarkeit abzuleiten. Die Schwerpunkte Innovation, Usability und technische Umsetzung bildeten so den Rahmen in der Bewertung.

Dann führte Meier durch die Shortlist in der Kategorie Enhanced E-Books mit der Unterstützung von Vedat Demirdöven, der den Titel „Wischmaus“ ob seiner eigenen beträchtlichen Digitalkompetenzen eindeutig nicht verdient hat. Eine Prezi über das iPad zu bedienen ist jedoch nicht jedermanns Sache, wie Meier später selbst demonstrieren durfte. Die Beispiele für innovative E-Books im Enhanced Bereich beeindruckten das Publikum zweifellos mehr. Besonders der junge Gewinner in dieser Kategorie, Andreas Huber mit Physik 7, überzeugte nicht nur die Teilnehmer vom eBookCamp, sondern auch Jury-Mitglied Steffen Meier: „Wenn ein 17-jähriger Self-Publisher ein zeitgemäßes und interaktives Lehrbuch produzieren kann, das besser ist als von großen Verlagen, dann ist das eine echte Klatsche!“

Vedat Demirdöven und Steffen Meier

„Good Cop“ Vedat Demirdöven (li.) und „Bad Cop“ Steffen Meier, © Felix Wolf

Danach übernahm Steffen Meier die Rolle der iPad-Prezi-Wischmaus und übergab den Moderatorenstab an Vedat Demirdöven, der die Nominierten in der Kategorie Apps vorstellte. Bei der sehr aufwändigen Umsetzung der Netwars App wurde im Publikum die Frage gestellt, inwieweit sich eine solche Produktion überhaupt rechnen würde. Vedat Demirdöven hatte als Good Cop gleich die passende Antwort parat: „Netwars ist ein sehr gutes Beispiel, wie man mit einem internationalen Vertriebsansatz die höheren Produktionskosten finanzierbar machen kann.“ Den Gewinner des 1. Deutschen E-Book Awards in der Kategorie Apps lobte er für den sinnvollen Einsatz der technischen Möglichkeiten und multimedialen Anreicherungen der historischen Biographie von „Carl Lutz“.

Die Vorlage des Deutschen E-Book Award war der Digital Book Award aus den USA. Hier sei der E-Book Markt auch bereits viel weiter als in Deutschland, berichtete Demirdöven, als er die Möglichkeiten von ePub3 etwas genauer vorstellte. Dort werde dieses Format schon sehr grundlegend eingesetzt, wohingegen in Deutschland die Verlage noch sehr zögerlich darauf reagierten. Nicht nur die Einbindung von Rich Media oder Quick Polls in E-Books, die Vedat an einem Beispiel eindrucksvoll demonstrierte, auch die Option für fortlaufende Aktualisierungen bei Enhanced E-Books seien besonders im Sachbuchmarkt sehr interessant.

Schön ist ja, dass man auch bei jeder Veranstaltung immer etwas dazu lernen kann. So wurde aus dem Publikum das sog. D’Artagnan-Prinzip bei der E-Book Herstellung kurz erläutert, was sinnbildlich soviel bedeutet wie: Eines für alles. Man bricht aufgrund der vielen unterschiedlichen Lesegeräte und Systeme die Produktion auf den kleinsten gemeinsamen Nenner runter, um damit eine technische Quelldatei zu erzeugen, die am meisten kompatibel ist. Und hier beißt sich die Katze wieder in den Schwanz, denn die Nutzung von Enhanced E-Books von einer Qualität der Preisträger des E-Book Awards ist nach wie vor stark abhängig von der Verbreitung und technischen Ausstattung der Geräte.

Abschließend war man sich aber darüber vollkommen einig, dass eine Verbindung des Deutschen E-Book Awards mit der Stiftung Buchkunst ein Gewinn für alle wäre. Und beim Rausgehen schwirrten dem optimistischen Berichterstatter die historischen Worte durch den Kopf: „Es wächst zusammen, was zusammen gehört.“

Die Präsentation von Steffen und Vedat findet ihr auf prezi.com. Infos zum 1. Deutschen eBook Award: www.deutscher-ebook-award.de.


Die Sessions 2014 – Steffen Meier und Vedat Demirdöven mit „Deutschland sucht den E-Book-Star“

Welche Themen erwarten euch dieses Jahr beim eBookCamp? Sessions und Sessionleiter stellen wir sukzessive hier im Blog vor.

Deutschland sucht den E-Book-Star

In der Session soll ein Querschnitt gezeigt werden über den aktuellen Stand dessen, was E-Books deutscher Verlage können, welchen technischen wie gestalterischen Level diese haben.

Die hiesige E-Book-Produktpalette wird ausgewertet und kritisch beleuchtet von „good cop“ Vedat Demirdöven (KiWi) und „bad cop“ Steffen Meier (readbox). Gemeinsam mit den Teilnehmern werden zudem die Einreichungen zum ersten deutschen ebook Award diskutiert.

Die Trophäe des ersten deutschen eBook Awards, aufgenommen auf der Frankfurter Buchmesse 2014, (c) Vedat Demirdöven

Auch ein Blick über den Teich darf nicht fehlen mit Infos zu den 2014 Digital Book Awards von Digital Book World USA.

Anhand eines praktischen Beispiels wird zudem gezeigt, was heutzutage technisch mit dem Format E-Book überhaupt möglich ist.

Zum Sessionbericht von Kai Wels

Steffen Meier

Steffen Meier leitet seit 2014 die Bereiche Produktinnovation und-Marketing bei Readbox, einem Dienstleister, der Verlage dabei unterstützt, digitale Geschäftsfelder und Produkte auf- und auszubauen (und diesjähriger Sponsor des eBookCamps ist). Zuvor war er im Fachverlag Eugen Ulmer für Aufbau und Leitung des Verlagsbereichs Online verantwortlich, mit den Schwerpunkten neue digitale Geschäftsfelder, ePublishing, eBooks, Mobile, Apps, digitales Marketing und Social Media. Er ist Mitglied des AKEP (Arbeitskreis elektronisches Publizieren) des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und dessen ehemaliger Sprecher, Mitglied der Kommission Digitale Medien der Deutschen Fachpresse, Referent bei der E:Publish und Juror des Deutschen eBook Awards. Ferner ist er Dozent und Blogger sowie Buchautor zu digitalen Themen. Und zum zweiten Mal Sessionleiter beim eBookCamp Hamburg:-).

Vedat Demirdöven, (c) Suzanne Gundrum

Vedat Demirdöven ist seit 2008 Projektleiter IT für Informationssysteme und Digitale Medien (Prozessbegleitung) beim Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch und ihm ist auch zu verdanken, dass Kiepenheuer & Witsch als Sponsor des diesjährigen eBookCamps Hamburg gewonnen werden konnte. Die Konsolidierung von Online-Plattformen, Monitoring der Informationssysteme, ERP, PIM, Content-Management-Systemen sowie Digitalisierungsmaßnahmen bilden Schwerpunkte seiner Tätigkeit. Er ist AKEP-Mitglied und Referent bei der E:Publish und der E-Akademie und ebenso wie Steffen Meier Juror des Deutschen eBook Awards und ebenfalls zum zweiten Mal Sessionleiter beim eBookCamp Hamburg.


Sessionbericht: Der Preis ist heiß (Steffen Meier)

Unsere Sessionpaten haben in den Tagen nach dem eBookCamp fleißig in die Tasten gehauen, um die Themen für alle Teilnehmer und Interessierten zusammenzufassen. Vielen, vielen Dank dafür! Die Berichte veröffentlichen wir nacheinander in den kommenden Tagen.

Der Preis ist heiß – alles billig, oder was? Der E-Book-Preis aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet

Sessionleiter: Steffen Meier

Text: Claudia Pleil

Einführung

• Der E-Book-Markt in Deutschland ist geprägt durch eine exponentiell wachsende Nachfrage sowie ein ebenso wachsendes Angebot – das erschwert das Finden einer Faustformel oder einer verbindlichen Antwort auf die Frage nach „dem richtigen Preis“ für E-Books.

• Während die Preissituation im Printmarkt in weitgehend geregelten Bahnen verläuft, gibt es bei den Preisen für E-Books entwicklungsbedingt noch viel Variation.

• Gleichzeitig besteht dadurch für Verlage noch die Möglichkeit, durch die eigene Preispolitik die Marktentwicklung aktiv zu beeinflussen. → Welche verheerenden Folgen ein „Verschlafen“ wichtiger Entwicklungen haben kann, zeigt die Marktsituation in anderen Branchen (z. B. mp3, Apps).

Exkurs: Es sollte ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden, dass gerade auch die Entwicklungsländer (z. B. Afrika) starke Wachstumsraten in Hinblick auf die Digitalisierung aufweisen, zukünftig also durchaus zu einer Konkurrenz für den deutschen Markt werden könnten.

• Wie beim gedruckten Buch müssen auch bei der Preisgestaltung von E-Books mehrere Parteien mit unterschiedlichen Vorstellungen unter einen Hut gebracht werden: Verlag, Autor, Handel, Kunde (und Piraten).

• Ein grundlegendes Problem: Besonders dem Endkunden (aber auch Urhebern) ist häufig nicht bewusst, dass die Produktion von E-Books nicht viel günstiger ist als die Produktion gedruckter Bücher. (An die Stelle der Druckkosten treten hier neue Herausforderungen beim Satz, Programmierung, Kosten für plattform- und geräteübergreifendes Testing etc.)

• Gleichzeitig geht auch der (Preis-)Konkurrenzkampf der verschiedenen digitalen Plattformen um Reichweite und Einfluss zu Lasten der Verlage.

Aus der Diskussion: Verschiedene preispolitische Ansätze für digitale Produkte

• Formendes „Sponsoring“, z. B. standortbezogene Werbung bzw. Anzeigen in Regionalkrimis

• NeueProdukte oder Produktformen jenseits von Eins-zu-eins-Adaptionen (da der Umfang einer gedruckten „Vorlage“ sich nur bedingt als Grundlage für diePreisgestaltung eines E-Books eignet), z. B. kleinere Literatur- oder Textformen, Serienmodelle/Seasons oder Ausspielung von Einzelkapiteln anstelle von Mehrfachbänden (für den häppchenweisen Konsum auf mobilen Endgeräten)

• „Pay-per-Loan“-Modelle (vgl. Bibliotheksmarkt in Schweden, Problem: Abhängigkeit von gegebenen Infrastrukturen, Preisbindung)

• Möglichkeit der Meldung von EPUBs an die VG Wort als Mittel für eine (geringfügige) finanzielle Entlastung (Problem: Schlüssel für die Ausschüttung von Tantiemen müsste entsprechend angepasst werden)

→ Es zeichnen sich im Wesentlichen zweiTendenzen ab:

neueProduktformen vs. Ideen einer „Kulturflatrate“

• Gefahrbei Streaming-Modellen für Buchinhalte à la Spotify: geringe Erlöse, durch die i. d. R. nicht einmal die Produktionskosten abgedeckt werden → schwindende Margen bedeuten dabei auch fehlende Investitionsmöglichkeiten für Innovationen!

Weitere Herangehensweisen an die Preisfrage

• Sensibilisierung des (preisorientierten) Endkunden durch Aufwertung der digitalen Produkte → Wie kann eine ästhetisch anspruchsvolle Aufwertung aussehen? Welchen Wert haben Zusatzinhalte?

• Mehr Transparenz/Verbraucheraufklärung → Dies bedeutet jedoch zusätzlichen Arbeitsaufwand für Verlage und Urheber, gleichzeitig ist es schwer abschätzbar, wie wirkungsvoll diese Aufklärung wirklich ist.

• Markenaufbau

• Emotionalisierung (durch Marketing), Erlebnisse/Nachhaltigkeit schaffen (vgl. andere Produktbereiche) → Problem: Verlagsmarketing bedeutet in erster Linie Handelsmarketing, Endkundenmarketing muss gelernt werden.

• Marketing generell als zentraler Ansatzpunkt, denn: Im allgemeinen Grundrauschen der verschiedenen Stores mit ihrem überbordenden Angebot geht ohne Marketing ein 0,99-€-Titel ebenso unter wie ein Titel für 15,99 € (d. h. in vielen Fällen ist „nur billig“ allein nicht automatisch zielführend)

• Buch als Beginn der Wertschöpfungskette: Franchise/Merchandising

Eine abschließende Frage aus dem Plenum: Ist der Preis wirklich so heiß? Brauchen wir eine branchenübergreifende Diskussion, obwohl es bei digitalen Produkten fast keine Reklamationen gibt, Preisvariation v. a. im Rahmen der Backlist, keine negative Preistendenz bei Novitäten …?

Fazit: Es spricht nichts dagegen, den Markt im aktuellen Zustand abzuschöpfen, solange er es hergibt, trotzdem sollte man sich auch perspektivisch fragen, wohin die Reise geht.

Steffen Meier, Session beim eBookCamp 2013

© eBookCamp

 


Wir sagen DANKE!

Danksagungen zum eBookCamp 2013

© Ute Nöth

Wir hatten so viele nette Rückmeldungen auf unser drittes eBookCamp! In unsere Freude darüber, wie gelungen der ganze Tag war, mischt sich eine ordentlich große Portion Dankbarkeit. Und die möchten wir zum Ausdruck bringen! Unser Dank geht an:

  •  unseren Hauptsponsor, den Rowohlt Verlag und ganz speziell an: Annette Beetz, für ihre Aufgeschlossenheit und Begeisterungsfähigkeit, Kathrin Blum,  für ihre Fürsprache und ihr Engagement. (Wir sind nachhaltig traurig, dass deine/eure Session ausfallen musste, auch wenn der Anlass nicht hätte schöner sein können! Nächstes Jahr!) Und nicht zuletzt: Georg Buß für die Orga und die netten Worte zu Beginn des Camps!
  • unseren neuen Sponsor DIE ZEIT, mit dem wir in Zukunft ebenfalls gern so manches Ehe-Jubiläum begehen würden! Danke für die tolle Zusammenarbeit, das hat richtig viel Spaß gemacht. Special thanks an drei beeindruckende Frauen: Sandra Kreft, Sabine Müller und Cigdem Aker!
  • die allerbeste Location, nicht nur im wilden Altona, sondern in ganz Hamburg: das Makerhub. Und das liegt vor allen Dingen an Seda Jelveh, die charmant, tatkräftig, zuvorkommend und immer bester Laune dafür gesorgt hat, dass sein solch tolle Atmosphäre herrschte. Und danke natürlich auch an ihre Mitstreiter und ihren Papa Kemal!
  • dem SOAL e. V. für die perfekten Sessionräume. Dass Beamer so problemlos funktionieren können, das war eine ganz neue Erfahrung für uns.
  • Carsten Sievers und Robin Kottenhoff von eBook.de, die Gute-Laune-Front hinter dem E-Reader-Tisch.
  • Anke Naefe, eBookCamplerin ehrenhalber, die auch dieses Jahr wieder mitanpackte und sich besonders im Deko-Team hervortat. Danke dir!
  • Geli Fuchs von mikkels. Diesmal hatten wir endlich so viele von den leckeren Kuchen bestellt, dass nicht gleich alle weg waren. Aber genug kann man nie davon haben!
  • die phänomenale Katrin Bpunkt und ihren Mitstreiter Mark, die nicht nur souverän mal eben so ein iPad bastelten, sondern aus der vagen Idee einer Fotobox eine so tolle Aktion machten. Es macht einfach nur gute Laune, sich die Fotos anzusehen!
  • die DJs und Visual-Künstler Jan Krutisch und Benjamin Rabe. Ihr habt die kreative Stimmung des Tages in die Aftershowparty geholt und dem Makerhub Clubatmosphäre verpasst!

Das dickste DANKE überhaupt aber geht an unsere Sessionleiter! Für alle Sessions gab’s Lob von allen Seiten, in jeder Session wurde rege und offen diskutiert – genau so soll es sein! Wir danken euch sehr: Cigdem Aker, Elisabeth Alexander, Christiane Frohmann, Jan Karsten, Fabian Kern, Nina Kreutzfeldt, Steffen Meier, Volker Oppmann, Maike Prehn, Charlotte Reimann und Johanna Schaumann. Und ein besonders großer Dank geht an Christina Kumpmann  für ihre Spontaneität und Kurzentschlossenheit als Ersatz-Sessionleiterin!

Und zuletzt: Zwar liegen uns noch lange nicht alle Berichte der Sessionpaten (Zaunpfahl!!!) vor, aber schon jetzt auch ein Dank an euch, dass ihr euch die Mühe macht, die Inhalte des eBookCamps auch anderen zugänglich zu machen: Florian Andrews, Marlies Hebler, Barbara Lauer, Lucas Lüdemann, Claudia Pleil, Cäcilia Strasen und Nele Süß.

Es war uns ein Fest!